Montag, 1. Juli 2013

Filmreview: Olympus Has Fallen

Ich habe ja schon lange keinen Filmreview mehr geschrieben, aber bei Man Of Steel und Star Trek Into Darkness war das auch gar nicht nötig. Anders bei Olympus Has Fallen, denn ich kann jedem nur von diesem Film abraten.
Dabei fängt er wie der typische Actionfilm an. Der Held, Mike, arbeitet beim Secret Service und ist eng mit dem Präsidenten befreundet. Dann passiert irgendwas tragisches und er ist nicht mehr dabei. Einige Monate später greifen Terroristen das Weiße Haus an und nehmen den Präsidenten als Geisel und da beginnt der Blödsinn erst. Dank beeindruckender militärischer Inkompetenz ist es nämlich möglich jede Menge schweres Geschütz direkt vor dem Weißen Haus aufzufahren. Das brauchen die Terroristen auch, um all die Secret Service Leute abzuknallen, die wie Lemminge in den Kugelhagel rennen (ohne Helme oder Schutzwesten versteht sich). Einzig Mike versteht es geschickt hinter Bäumen, Autos oder Mauern in Deckung zu gehen. So schafft er es auch durch die Vordertür ins Weiße Haus ohne abgeknallt zu werden. Erstmal drinnen, beginnt Mike die Terroristen abzumurksen. Das muss er, denn der Präsident wird als Geisel in seinem eigenen Bunker unter dem Weißen Haus festgehalten.
In bester Die Hard Manier telefoniert Mike auch ab und zu mit der Außenwelt. Dort hat es einen Reserve-Präsidenten und natürlich auch den Militärtyp, der meint er wisse es besser und damit, entgegen dem Anraten von Mike, ein paar Soldaten in den Tod schickt. Da es aber an Dramatik nicht reicht, wenn nur das Leben des Präsidenten auf dem Spiel steht, ist die Ganze USA in Gefahr. Dafür gibt es im Bunker des Präsidenten ein Pult, von dem aus man alle US-Atomraketen nach dem Abschuss noch sprengen kann. Dieses Feature ist notwendig, falls man sich doch noch in letzer Minute entscheiden sollte, die Feinde nicht in die Steinzeit bomben zu wollen. Schon relative früh im Film, finden die Leute heraus, dass der Terrorist die Codes für dieses Pult will. Damit wären alle Atomraketen unbrauchbar und die USA wehrlos, war deren Schlussfolgerung. Da dachte ich mir: "Cool, offenbar waren sie schlau genug, dass die Rakete sprengen nicht bedeutet, wir zünden den Sprengkopf." Gegen Ende des Films wurde dann den Figuren bewusst: "Oh mein Gott, er will die Codes nicht um Raktenstarts zu verhinden, sondern die Raketen im Bunker zünden. Das würde die gesamten USA auslöschen." - "Aha, also doch den Sprengkopf zünden. Natürlich..."
Gut, bislang klingt der Film noch wie einer der besseren Steven Segal Streifen. Allerdings wird die fröhliche Action immer wieder unterbrochen von Sachen wie zum Beispiel der wehenden US-Flagge, Soldaten, die Militärjargon sprechen, dem heldenhaften Präsidenten, der um das Wohl aller außer ihm selbst besorgt ist und dem Reserve-Präsidenten, der nur um das Wohl des Präsidenten besorgt ist. Letzteres ist übrigens ein sehr interessantes Thema. So riskiert der Reserve-Präsident lieber einen Krieg zwischen den beiden Koreas, als das Leben des Präsidenten.
Insgesamt bietet der Film eine solide wenn auch haarsträubende Grundlage für einen Actionfilm. Gute Action und ein deplatziertes "Fuck" in jedem zweiten Satz bekommt man auch geboten, nur leider ist alles mit einer penetrant nervigen Schicht aus USA ist so toll überzogen, umhüllt und durchtränkt.

Fazit: Der Film hat einige Ansätze, nervt aber über weite Strecken einfach nur, wegen dümmlichen Charakteren, Dialogen, Handlung und Pathos. Insgesamt zu wenig Gerard Butler one-man-show.

4/10

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