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Samstag, 16. August 2014

Mega-Filmreview: James Bond (1-19) (Updated)

Update 24.1.14: Filme 7-12 hinzugefügt.

Zurzeit bin ich dank einem entsprechenden Weihnachtsgeschenk häufig am James Bond Filme schauen. Dementsprechend will ich mir auch die Zeit nehmen ein paar Reviews zu machen. Im Moment sind es die ersten sechs Filme, aber weitere sollten folgen.

Dr. No

Natürlich der Klassiker, mit dem die Serie ihren filmischen Anfang nahm (Ian Flemmings erstes Buch war Casino Royale). Kurz gesagt, Bond muss Dr. No aufhalten, der seine eigene Insel hat. Dazu macht er, was man von ihm als Spion erwartet: spionieren. Dabei bekommt er es mit anderen Spionen zu tun und verschiedenen Leuten, die ihm ans Leder wollen. Das ist sehr abwechslungsreich gestaltet und macht auch nach mehrmaligem Sehen noch immer Spaß. Weniger Spaß macht es mir sobald Bond auf Dr. Nos Insel ist. Dort wird dann alles etwas bizarr „futuristisch“ und mit der Spionage ist es im Wesentlichen auch vorbei. Für mich bietet der Film somit eine starke erste und eine zähe zweite Stunde.

7.5/10


From Russia With Love

Die internationale Kriminellenvereinigung SPECTRE täuscht eine Mitarbeiterin der Russischen Botschaft so, dass sie den Briten eine Decheffriermaschine anbietet und erklärt, sie habe sich in James Bond verliebt. Was hier recht kompliziert klingt, entpuppt sich als klarer und vielschichtiger Spionagethriller. Da werden Treffpunkte ausgemacht, man bespitzelt sich, flieht unter falschem Namen und manipuliert sich gegenseitig. Dabei bleibt eigentlich Bond-untypisch alles sehr realitätsnah. Einzig das Ende kommt etwas abrupt und eine Szene in einem Zigeunerlager, scheint nur eingefügt, um für mehr Action zu sorgen. Dies sind aber auch die einzigen Wehrmutstropfen. Ansonsten glänzt der Film mit seiner Atmosphäre, Charakteren und Handlung. Für mich auf jeden Fall einer der besten Bond Filme.

8.5/10


Goldfinger

Auric Goldfinger schmuggelt Gold im großen Stil. Das ist Regierungen ein Dorn im Auge, weshalb Bond auf ihn angesetzt wird, der aber auch noch eine persönliche Rechnung mit ihm begleichen möchte. Schön ist auch, dass Goldfinger ein ebenbürtiger Gegner ist, der Bond gefangen hält und es gleichzeitig schafft die CIA zum Narren zu halten. Dazu kommt natürlich noch die tolle Darstellung von Gerd Fröbe, gute Dialoge und interessante Settings – von einem britischen Golfplatz über die Schweizer Alpen zu einer Pferderennbahn in den USA. Amüsant ist natürlich auch Hutwerfer Oddjob. Der Angriff auf Fort Knox am Ende ist optimistisch einfach. Da gibt es keine Luftabwehrstellungen oder ähnliches und Pussy Galore wechselt unglaublich zügig die Seiten. Dem Spaß am Film tut dies keinen Abbruch.

9/10

Thunderball

Herr Largo macht sich mehrerer atomarer Sprengköpfe habhaft und nimmt die Welt als Geisel. Bond muss zuerst allerdings herausfinden, dass Largo die Sprengköpfe hat und ihn dann aufhalten. Das macht er im Wesentlichen in dem er Largo provoziert, mit dessen Frau/Freundin (?) anbandelt und auf seinem Anwesen herumstöbert. Das klingt alles recht langweilig, ist dank des farbenfrohen karibischen Settings und vor allem wegen einem genialen Adolfo Celi als Largo überaus unterhaltsam anzusehen. Die Unterwasserszenen gegen Ende des Films sind wunderschön gefilmt, aber auch äußerst getragen. Die sollte man besser nicht kurz vor Schlafenszeit anschauen.

8/10


You Only Live Twice

Ich stelle mir vor, dass die ersten zehn Minuten aufgrund folgenden Dialogs entstanden sind: „Ich habe eine super Idee für einen Titel: You Only Live Twice.“ – „Cool, aber wie passt der in die Handlung?“ – „Ganz einfach, Bond täuscht seinen Tod in den ersten paar Minuten vor und als Begründung sagen wir, dass er damit mehr Ruhe vor seinen Feinden hat; was den Rest des Films über irrelevant ist.“ – „Find ich super, machen wir so!“ Viel überzeugender wird der Film nachher auch nicht. SPECTRE hat in Japan eine Rakete in einem Vulkan versteckt, mit der sie Raumkapseln der Amis und Sowjets klauen, wenn sich diese im Orbit befinden. Also spioniert Bond in Japan herum, um dort dahinter zu kommen. Zeitweise hatte ich allerdings Probleme der Handlung zu folgen, denn ich verstand nicht inwiefern manche Sachen relevant waren und dass die Japaner mit einem schwer verständlichen Akzent Englisch reden hilft auch nicht. Für mich unvergesslich bleibt allerdings die Szene in der Bond aus taktischen Gründen eine Japanerin heiraten muss und man ihn dank einer Maske, wie einen Romulan aus Star Trek aussehen lässt (Anm.: Korrektur: er sollte wie ein Japaner aussehen, man möge mir diesen Fehler verzeihen – war ja auch wirklich schwer zu erkennen). Irgendwie bin ich verwundert, dass der Film trotz allem unterhalten kann, aber die Formel: Spionage + Humor + Frauen + Actionszenen + Gadgets + tolle Gegenden funktioniert auch hier – allerdings nicht so gut.

6.5/10


On Her Majesty's Secret Service

Casino Royale (2006) zeigt sehr schön, wie man eine Liebesbeziehung in einen Bond Film packt. OHMSS zeigt, wie man es nicht machen soll. Der Film wirkt als hätte man ein Beziehungsdrama gedreht und einen Bond Film und dann versucht, die beiden irgendwie zu verbinden. So geht es damit los, dass Bond eine junge Frau vor dem Selbstmord rettet. Deren Vater ist der Boss eines Verbrechersyndikates. Da Bond anscheinend so guten Einfluss auf seine Tochter hat (was nie gezeigt wird), möchte er die beiden verheiraten und bietet Bond dafür Geld und Informationen, wo sich Blofeld versteckt. Bond nimmt die Informationen dankend an, hat aber echtes Interesse an der Dame und so verbringen sie in einer mehrminütigen Montage viel Zeit miteinander. Dann ist der Handlungsstrang zum Glück vorbei und er jagt Blofeld hinterher, der es sich auf einem Schweizer Berg mit einem Harem an wunderschönen Schläfer-Agentinnen gemütlich gemacht hat. Da läuft auch dieser Bond dann zur Hochform auf: Spionage, Verfolgungen im Schnee, Frauen und ein starker Blofeld – der zwar etwas zu lässig ist – machen viel Spaß und sind trotz dem insgesamt langsamen Tempo kurzweilig. Allerdings muss man irgendwie wieder Bonds Herzensdame in den Film bringen; so flüchtet Bond von der Edelberghütte (natürlich verfolgt) und versucht sich im Getümmel eines Eislaufplatzes zu verstecken. Irgendwann wird er dessen aber überdrüssig und setzt sich resignierend gut sichtbar auf einen Stuhl (was würde man auch sonst vom besten Spion der Welt erwarten). Da kommt dann zufällig seine Zukünftige vorbei und zusammen fliehen sie in ihrem Auto während sie von Blofelds Handlangern beschossen werden. Sie fährt und Bond sitzt daneben, liebkost sie und erklärt ihr immer wieder, wie toll sie ist – zu diesem Zeitpunkt habe ich mich dann gefragt, ob dies eine Parodie sein soll. Zum Schluss macht Bond dann noch einen typischen „Bösewicht-Fehler“. Er nimmt einfach an, dass Blofeld das nicht überlebt hat statt zurückzulaufen und ihm ein, zwei Kugeln extra in den Kopf zu jagen. Anschließend heiratet Bond und schon ein paar Filmminuten später fährt Blofeld vorbei und knallt seine Angebetete ab und dann ist der Film fertig. Wer denkt, jetzt habe ich genug Kritikpunkte am Film gefunden, irrt aber. Da macht der Film noch den klassischen „show don’t tell“-Fehler und erzählt fast nur wieso sich Bond und seine baldige Ehefrau so gut verstehen. Alles was man als Zuseher geboten bekommt, ist eine Frau, die stark depressiv ist und gleichzeitig extrem abweisend. Wieso sich irgendjemand in diese Frau verlieben würde, blieb mir als Zuseher bist zuletzt ein Rätsel. Ein weiteres Problem ist der Darsteller. Dass George Lazenby keine Schauspielerfahrung mitbrachte, merkt man ihm sofort an. Monoton und ohne eine Miene zu verziehen, liest er seine Dialogzeilen vor. Seine restliche Körpersprache sorgt auch noch dafür, dass er möglichst unscheinbar wirkt. Nach der Leinwandpräsenz von Connery eine herbe Enttäuschung. Was den Film also wirklich toll macht ist das Versteck von Blofeld und alles was damit zusammenhängt, jede Szene in der Bonds Ehefrau vorkommt sollte jedoch übersprungen werden, wenn man gut unterhalten sein will und es nicht schätzt Figuren zu sehen, die „completely out of character“ sind.

Blofelds Bergrestaurant 7/10, Rest 1/10, Total 4/10


Diamonds Are Forever

Sean Connery ist zurück als James Bond und niemand im Film kann sich an die Ereignisse aus OHMSS erinnern. Diesmal schmuggelt Blofeld Diamanten in die USA. Da er aber bald genug hat, fängt er an, einen Mittelsmann nach dem anderen abzumurksen. So hangelt sich Bond gerade, bevor die Mittelsmänner umgebracht werden, von einem zum nächsten bis er Blofeld auf die Schliche kommt. Ich habe den Film schon mehrfach gesehen, aber noch immer nicht begriffen, wie die Schmuggel-Organisation aufgebaut ist und warum es egal ist, dass manche Mittelsmänner umgebracht werden, bevor sie die Diamanten erhalten haben. So habe ich zugeschaut und versucht, zu verstehen warum eigentlich was passiert – was nicht sonderlich Spaß gemacht hat. Dass es absurd viele Leute sind, war der Sache auch nicht zuträglich.
Ab der Hälfte des Films ist es dann ohnehin egal, weil Blofeld wieder die Welt als Geisel nimmt. Dafür hat er sich eine Satellitenkontrollstation auf einer Bohrinsel eingerichtet. Der Satellit wird mit Hilfe eines Datenbandes in Form einer Musikkassette gesteuert, die Bond unbedingt gegen Marschmusik austauschen will. Dabei tauschen sie irgendwie dauernd hin und her und sprechend über dies und das. Am Ende entscheidet sich dann die CIA stattdessen von Helikoptern aus die ganze Insel zu zerbomben.
Die Bohrinsel mag schon wenig faszinieren und die sinnfreien Actioneinlagen helfen dabei auch nicht, Spannung zu generieren. Lichtblicke in dieser „grauen Suppe“ sind der Schauspieler von Blofeld, der die Figur als bedrohlich, schleimigen Gentleman darstellt, Connery als Bond, der wieder gewohnt überheblich herumspaziert und einige Actionszenen, zum Beispiel wie Bond auf einem Hochhaus herum klettert und die Verfolgungsjagden voller Blechschäden. Abgesehen davon ist der Film in allen Belangen nur Mittelmaß – alles folgt der bekannten Bond Formel, aber echte Highlights fehlen.

5/10


Live And Let Die

In meinem Kopf war dieser Film als Voodoo-Bond verankert, mit einem Hinweise daneben: „Avoid at all costs!“ Ich habe ihm aber trotzdem noch eine Chance gegeben und siehe da, er ist gar nicht mal so schlecht. James Bond muss dieses Mal einem Präsident (oder so ähnlich) einer Bananenrepublik nachspionieren, der plant Drogenbaron zu werden. Jener Präsident hält Leute mit Voodoo Geschichten von seinem Anwesen fern und vertraut auf eine Kartenleserin um Informationen über die Zukunft zu bekommen. Klingt alles recht langweilig, was auch wäre, wenn Roger Moore nicht einen genialen „very british“ Bond spielen würde. Mit einer selbstverständlichen Arroganz und immer als perfekter Gentleman schreitet er so unter anderem durch Harlem. Dazu ist er auch wesentlich härter und benutzt speziell Frauen nur, um seinem Auftragsziel näher zu kommen. Das wirkt erfrischend realistisch. Im Gegensatz dazu hält mit diesem Film, die Idee Bond in unausweichliche Situationen zu bringen, endgültig Einzug. Besonders beeindruckend: Wir setzen ihn auf einer Krokodilfarm aus und hoffen, dass er gefressen wird. Dabei schauen die Handlanger noch zu, wie sich Bond befreit, aber keiner hat gerade eine Schusswaffe griffbereit. Dafür gibt es gegen Ende eine Verfolgungsjagd mit Booten, die herausragend inszeniert ist. Insgesamt ist der Film recht kurzweilig, gerade auch wegen einem grandiosen Roger Moore, aber einige bizarre Ideen (Kartenleserin, Baron Samedi etc.) halten dem Spaß massiv entgegen.

6/10


The Man With The Golden Gun

Der Film klingt so vielversprechend. James Bond tritt gegen den besten Auftragskiller der Welt an – auch noch gespielt von Christopher Lee. Das könnte ein herrliches Katz und Maus Spiel über zwei Filmstunden werden. Könnte, ist es aber leider nicht geworden. Der Film konzentriert sich lieber die meiste Zeit auf einen langweiligen Subplot, in dem es um ein Gerät für Solarzellen geht. Zur Unterstützung bekommt Bond eine Agentin, die sogar für Bond-Verhältnisse derart unfähig ist, dass man sich fragt, wie die überhaupt einen Schulabschluss bekommen konnte. Wie bei Bond üblich, hangelt er sich von Setpiece zu Setpiece; dabei passiert aber so viel Unsinn, dass es schon fast eine Parodie sein könnte (zB. Ein fliegendes Auto, zwei Mädchen die eine ganze Martial Arts Klasse verprügeln, Krustys äh Scaramangas überflüssige dritte Brustwarze…). Einzige Lichtblicke sind Moores Bond-Darstellung, die ähnlich gelungen ist, wie im vorherigen Film und der Showdown mit Christopher Lee. Das macht richtig Spaß anzusehen – der Rest nicht!

4/10

The Spy Who Loved Me

Lotus, der auch als U-Boot funktioniert, riesige Unterwasserstation, Jaws. Das sind schon fast genug Gründe, diesen Film anzuschauen. Diesmal muss sich Bond mit einer russischen Agentin zusammentun, um unterer anderem in Ägypten (famos der Kampf bei den Pyramiden) Stromberg auf die Schliche zu kommen, der U-Boote klaut (also gleiches Konzept wie in „You Only Live Twice“ nur weniger ambitioniert, da nicht im Weltraum). Dank Jaws, dem Meisterkiller, der niemals Schusswaffen verwendet wenn es sinnvoll wäre, kommen sich die beiden Agenten in vielen lebensbedrohlichen Situationen immer näher. Bis die Genossin herausfindet, dass Bond bei einem Auftrag ihren Freund umgebracht hat. Aber da wird sie von Stromberg entführt, Bond rettet sie und alles ist verziehen. Ja, da hätte man mehr draus machen können. Auch sind die Kämpfe gegen Ende etwas öde, wenn Bond versucht die U-Boote mit Hilfe jeder Menge Stuntmen zurückzuerobern. Auch wird der arrogante Bond-Charakter aus den vorherigen Filmen durch ein Häufchen Nichts ersetzt – statt Ecken und Kanten gibt es für Bond in diesem (und den folgenden Filmen) nur noch ein paar Wortwitze – es wirkt als wäre Bond greisenhaft geworden. Insofern retten den Film aus dem Mittelmaß der Lotus, die Unterwasserstation, Jaws und die Beziehungsgeschichte, die für Bond doch neue Saiten aufzieht.

7/10

Moonraker

Ein wahnsinniger Großindustrieller klaut ein Spaceshuttle. Bond muss ihm hinterher spionieren, was aber nicht besonders gut klappt. Der Großindustrielle versucht ihn auf die kompliziertesten Arten umzubringen, was auch nicht besonders gut klappt. Deshalb kann Bond ihm auch immer wieder dazwischenfunken. Im Gegensatz zu vorherigen Filmen sind hier Action und Handlung strikt getrennt. Bond spioniert herum, dann kommt eine Überblende, wie irgendwelche Bösen heranfahren, dann wird gekämpft, dann spioniert er wieder. Dabei hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht, darzustellen, dass er entdeckt wurde. Nein, die Bösen sind aus unerfindlichen Gründen plötzlich da und nachdem sie Bond kaltgestellt hat, sind die Geschehnisse aus jener Szene auch nicht weiter von Belang. Die verschiedenen Orte sind wenigstens schön verschieden und sehr farbig (insbesondere Rio), was das zumindest ein stückweit wiedergutmacht. Was den Film für mich dann doch sehenswert macht, ist der lange Endkampf. Dieser findet im All statt, auf einer Raumstation mit Lasern und so. Ich mag allerdings auch so ziemlich alles, was mit Science-Fiction zu tun hat, weswegen ich dies wahrscheinlich weit wohlwollender sehe als jemand anders. Insgesamt kann mich der Film trotz all seiner Unzulänglichkeiten großteils unterhalten.

7/10


For Your Eyes Only

Der Film fängt eigentlich gut an. Bond steht am Grab seiner Ehefrau. Das könnte etwas Tragik bringen. Falsch gedacht. Im Vorspann wird Blofeld endgültig abgemurkst und dann geht dem Film spätestens ab der Hälfte das Tempo aus – so sehr, dass ich vorgespult habe. Dabei fängt er noch ganz ordentlich an, in Cortina, mit einer Schi-Verfolgungsjagd, in die man wahrscheinlich sämtliche Attraktionen des Ortes eingebaut hat, wie eine Sprungschanze und eine Bobbahn. Allerdings bedient sich dieser Film auch dem Muster aus Moonraker: Handlung und Action sauber getrennt halten. Das macht es nicht wirklich spannend. Nicht wirklich spannend wird es auch im weiteren Verlauf, wenn die Szenen immer länger werden, in den Bond läuft, sinnlos Karten spielt, im Riff taucht oder Früchte probiert die ihm nicht schmecken… Sogar in den Actionszenen stehen die Leute oft nur in der Deckung herum und warten. Als ich dann am Ende merkte, dass der Subplot um eine Eiskunstläuferin gar keine Relevanz hat (er landet mit ihr nicht einmal im Bett), hatte ich endgültig das Gefühl, der Film wurde nur so mit Szenen vollgepackt, um mir meine Zeit zu „entwenden“. Wen die Handlung doch noch interessiert: ein Schmuggler hat ein Gerät der Briten entwendet und Bond muss sich mit einem anderen Schmuggler verbünden um es erfolgreich zurückzuholen (jetzt kann man sich den Film sparen).

4.5/10


Octopussy

Unerwartet bodenständig fängt der Film an, hört aber leider nicht so auf. Bond soll eine Fälscherbande untersuchen, da dahinter etwas Größeres vermutet wird. Zur Abwechslung spioniert er dabei seit langem wieder etwas mehr als sonst und dazwischen integrieren sich knackige Actionszenen gut in die Handlung. Dazu ist Bond auch aus dem charakterlichen Ruhestand der vorherigen Filme zurück und sprüht vor Sarkasmus, Arroganz und blöden Sprüchen. Das macht Spaß. Leider ist der Spaß ab der Hälfte des Films vorbei. Zusammengefasst, rennt und fährt er ab dann nur noch den Bösen hinterher und bleibt dabei immer er der perfekte Gentleman. So lässt er geduldig eine Frau am, wie es scheint einzigen Telefon Deutschlands telefonieren, obwohl er eine Bombenwarnung durchgeben sollte – gut, er stiehlt dafür ihr Auto, aber er wird zumindest weder unhöflich noch handgreiflich. Einen Teil der Strecke zur Bombe legt Bond auch per Autostopp zurück. Aber auch da nicht in GTA-Manier sondern höflich am Straßenrand mit Daumen-hoch. Da sich Bond mittlerweile ohnehin schon absurd verhält, rennt er passenderweise noch als Clown maskiert im Zirkus herum. Ich habe schon fast einen Jackie Chan Slapsick-Kampf erwartet, viel weniger absurd war es allerdings nicht. Die tolle erste Hälfte wird somit von einer schwachen zweiten komplett zunichte gemacht, sehr schade.

5.5/10


A View To A Kill

Ich habe wirklich Mühe über diesen Film ein Urteil abzugeben. Einerseits sind mir viele Szenen aus dem Film in guter Erinnerung geblieben, aber andererseits war alles an was ich mich nicht mehr erinnern konnte einfach fad. So hat der Film im Prinzip zwei Handlungen. In der ersten Stunde will Bond dahinter kommen, was es mit den Rennpferden vom Herrn Zorin auf sich hat. Da passiert denkbar wenig, aber Bond schikaniert seinen, als Butler getarnten Kollegen genüsslich herum; wenigstens das ist sehr unterhaltsam. Danach findet Bond heraus, dass Zorin Silicon Valley fluten will und praktisch alles aus der ersten Filmhälfte ist irrelevant – man kann der Handlung wegen ohne Verständnisprobleme gleich zur Filmmitte springen. Ab dort kommen dann Verfolgungsjagden, Schießereien etc. die sogar etwas dynamischer sind, als in den letzten Bond Filmen und somit zeitweise gut unterhalten können.
Zorin wurde übrigens mit Christopher Walken besetzt, einem Schauspieler den ich sehr gerne sehe und der einen überzeugenden schleimigen, genialen Psychopathen spielt. Leider hat er nur wenige Dialoge und ist überhaupt nicht so oft zu sehen. Toll ist dabei auch, dass er sich tatsächlich Mühe gibt seine Figur ausdrucksstark zu spielen. So macht er Denkpausen zwischen den Sätzen und arbeitet viel mit Körpersprache. Ironischerweise wirkt er damit völlig deplatziert und unglaubwürdig, da alle anderen Darsteller extrem hölzern agieren – abgesehen von Grace Jones, die tierähnliches Verhalten an den Tag legt.
Insofern hat es einige tolle Charaktere und ein für Bond Filme recht bewegendes Ende, aber der Unterhaltungswert lässt wieder einmal über weite Strecken zu wünschen übrig; da frage ich mich dann auch ob ich mir den ganzen Film wegen einigen Highlights antun will.

5/10


The Living Daylights

Ein Russe und ein Amerikaner versuchen die Sowjets und Briten gegeneinander auszuspielen, um sich dadurch zu bereichern. Es liegt an Bond, diesen Plot zu entwirren. Der Film bietet eine schöne, und für Bond Verhältnisse sehr bodenständige Spionagegeschichte. Dazu gibt es tolle Gadgets und coole Sprüche. Das sollte eigentlich genug sein, für einen tollen Film. Leider scheitert der Film völlig an der Inszenierung. Diese ist so träge, dass selbst in Actionszenen kaum Tempo oder Spannung aufkommen – und das obwohl die Storyline sich gut einfügt. Dazu spielt Timothy Dalton die Rolle ohne einen Funken Selbstironie, dafür mit umso mehr Gefühl. So ist er in einer Szene ein kaltblütiger Agent und in der nächsten ein einfühlsamer Freund. Dass Dalton die Bond-typischen One-Liner bierernst von sich gibt und generell keine Arroganz oder Überheblichkeit zeigt, steigert den Unterhaltungswert auch nicht. Insgesamt wird hier also ein tolles Konzept, dank einer auf ganzer Linie schwachen Umsetzung begraben. Schade.

4.5/10


Licence To Kill

Felix Leiter, Bonds guter Freund bei der CIA, heiratet und seine Frau wird sogleich von einem Drogenbaron umgebracht, weil dieser Felix nicht mag. Felix selbst überlebt schwer verletzt. Da wird Bond ziemlich stinkig (was man ihm nicht wirklich ansieht), quittiert den Dienst und macht sich auf, den Kriminellen zur Strecke zu bringen, wobei ihm Q (damit in dem Film auch Gadgets sind) und eine Frau, die tatsächlich handlungsrelevant ist, zur Seite stehen. Bond führt hier auch Leute hinters Licht und arrangiert zum Beispiel Missverständnisse, damit sich zwei Kriminelle gegenseitig umbringen. Das kann erfreuen. Leider macht der Film auch so ziemlich einiges falsch. Allen voran der Erzählstil – dieser kann über weite Strecken des Films keine Spannung aufbauen. Statt dass ich mitfieberte, ob Bond etwas schafft, saß ich da und musste herausfinden, was er überhaupt vor hat. Denn es wird nicht vorher der Plan erwähnt, sondern man bekommt einfach die Ausführung gezeigt und kann sich dann zusammenreimen, wieso das jetzt passiert ist. Zum Beispiel läuft Bond plötzlich als Kellner herum, fährt zum Dach, seilt sich ab und platziert eine Sprengladung am Fenster. Erst als ich die Sprengladung gesehen habe, wurde mir klar, warum er gerade all das davor gemacht hat. Verständlich erzählen geht anders, unterhaltsam erzählen auch. Die meisten Szenen sind arg lang und langweilig. Dazu kommen noch jede Menge langweilige Charaktere. Der einzige Darsteller, der irgendwie interessant wirkt, ist Benicio Del Toro und er hat nur eine kleine Nebenrolle. Alle anderen haben keinerlei nennenswerte Charaktereigenschaften. Dann bedient der Film auch noch einige typische 80er Klischees, wie etwa eine Kneipenschlägerei und Ninjas. Zudem passieren ab und zu etwas überzogene Sachen (zB. Bond wird mit einem ausgestopften Schwertfisch attackiert) die überhaupt nicht zur Atmosphäre passen. Die meisten Handlungsorte sind ähnlich langweilig und trist, wie der Rest des Films.
Mit diesem Film wurde leider richtig viel Potenzial verschenkt, zumal die eigentliche Geschichte sehr gut ist. Aufgrund all der Schnitzer, unterscheidet sich der Film von all den generischen 80er Actionfilmen nur darin, dass die Hauptfigur James Bond heißt. Sehr schade.

5/10


GoldenEye

Danke Martin Campbell. Nachdem ich mich stundenlang mit Mittelmaß begnügen musste, kommt endlich wieder ein Bond Film, der nicht nur ein toller Bond Film, sondern einfach ein toller Film ist und das obwohl er zum Teil doch sehr holprig ist. Bond, jetzt neu mit dem deutlich charismatischeren Pierce Brosnan, muss seinen abtrünnigen MI6 Kollegen aufhalten und dann wird noch ein Prototyp-Kampfhubschrauber gestohlen (obwohl ein Lada tatsächlich genauso den Zweck erfüllt hätte) und die Bösen versuchen mit einem Laser-Satelliten die Welt als Geisel zu nehmen oder so. Der Film hat einen etwas überfrachteten Plot und zum Teil sind die Übergänge in der Handlung so hart, dass man meinen könnte, ganze Plot-Elemente wurden herausgeschnitten. Dazu gibt es noch eine Vielzahl von Charakteren, die nur für eine oder zwei Szenen relevant sind, aber irgendwie kann man dann trotzdem der Handlung folgen. Weiters sind auch andere grobe Schnitzer drinnen. Zum Beispiel muss Bond ein Gebäude infiltrieren und springt zu diesem Zweck per Bungie-Seil von einem Staudamm. Später sieht man das Gebäude auf einem Berggipfel stehen. Entweder hat Bond sehr potente Sprengsätze oder jemand hat geschlampt.
Diesen Fehlern gegenüber steht aber sehr viel Positives. Zum einen das Tempo, das den Film über sehr angenehm ist. Ruhigere Szenen und Action wechseln sich schön ab und die Handlung ist auch in den Actionszenen präsent, wodurch man auch mitfiebern kann. Die Bösen sind schön unsympathisch böse und Pierce Brosnan als Bond hat in diesem Film den „Alpha-Male“ Status gepachtet, wirkt aber gleichzeitig auch verletzlich, weil er sich Kritik an seiner Person gefallen lassen muss und mit seinen eigenen Dämonen konfrontiert wird. Das ist erfrischend und statt bedrückend tatsächlich unterhaltsam. Auch die weiteren Charaktere sind allesamt relevant oder wenigstens interessant. So bringt Xenia Onatopp bevorzugt Männer durch Erdrosseln beim Sex um, wobei sie ihnen die Luftzufuhr im Darmbereich zuschnürt – der Logikfehler wird aber durch Xenias Stöhnen kompensiert. Auch für alle anderen Unzulänglichkeiten, gibt es genug coole Sachen, um sie vergessen zu machen, zum Beispiel: Rätselraten mit Boris, Bond fährt im Panzer durch Straßen, Häuser und sowieso über alles, was im Weg ist während die Russen in einer Blechbüchse flüchten und zur Beruhigung Vodka trinken, die Kugelschreiber-Granate und natürlich „For England James?“ – „No, for me!“
Anders als vorherige Bond Filme macht dieser die Kleinigkeiten falsch, aber das Gesamtpaket richtig. Tolle Orte, grandiose Actionsszenen, ordentliche Charaktere und Dialoge und ein vernünftiges Tempo. Der Film macht einfach Spaß und kann mich auch nach mehrmaligem Anschauen immer wieder begeistern.
8.5/10


Tomorrow Never Dies

Ein mächtiger Medienmogul hat immer die Nachrichten vor allen anderen, da er selbst die Fäden bei den Geschehnissen zieht. Bond muss das natürlich erst herausfinden und dann hat es da noch eine Art ferngesteuerten Bohrer, der sich wie ein Torpedo durch das Wasser bewegt und dann Schiffe durchlöchert. Dazu gibt es recht viele Plot-Elemente, die zum Teil recht unnötig sind. Spionage ist natürlich auch wieder eine Randerscheinung aber trotzdem funktioniert der Film noch erstaunlich gut. Dazu trägt wesentlich die Idee des Personenkults um besagten Medienmogul bei, der wie der Prototyp für Apple-Gründer Steve Jobs wirkt. Dadurch hat man einen Bösewicht, der trotz aller Absurditäten eine sehr glaubhafte Komponente bekommt. Dazu kommen dann noch ordentliche Actionszenen, gute Settings und passender Humor. Aber wie gesagt, zum Teil doch etwas wirr. Nichtsdestotrotz einer der besseren Bond Filme.
7.5/10

The World Is Not Enough
Die Produzenten haben sich wieder mehr auf die strikte Trennung von Handlung und sinnfreier Action fokussiert. Bond hangelt sich von einer Actionszene zur nächsten. Dazwischen gibt es etwas Dialog, um die Handlung voranzutreiben. Beides ist leider oft sehr banal und wenig interessant. Der Anfang mit einer Verfolgungsjagd durch die Kanäle (nicht Kanalisierung!) von London und das Ende mit einem Kampf in einem U-Boot können dabei durchaus begeistern, der Rest allerdings weniger. So wollen die Bösen den Bosporus mit einer Atombombe verseuchen, um die Ölpipelines der Konkurrenz lahmzulegen. Natürlich, wieso nicht eine internationale Katastrophe vom Zaun brechen, um noch mehr Geld zu machen, als man jemals ausgeben kann? Praktisch für Bond: Aufgrund der Prämisse muss er kaum spionieren, sondern bekommt alles in Dialogen zwischen Actionszenen präsentiert, wenn er sich nur kurz als jemand anders ausgibt. Trotzdem schafft es Brosnan hier wieder einen eleganten und autoritären Bond zu spielen und macht somit noch das Beste aus den Teils arg einfältigen Dialogen – besonders die Wortspiele am Anfang sind zu viel des Guten. Insgesamt kann ich somit sagen, haben mir nur drei Sachen an diesem Film gut gefallen. Die Bootsszene am Anfang, der Kampf am Schluss und Denise Richards. Der Rest ist Standard-Popcornkino, das ausreichend unterhaltsam ist, aber auch getrost übersprungen werden kann, ohne viel zu verpassen.

6/10

Samstag, 5. Oktober 2013

Filmreview: Pacific Rim

Der Trailer zu Pacific Rim zeigt wie riesige Roboter riesige Monster verprügeln. Meine Erwartung war, dass es ein sinnloser Actionfilm voller Plotlöcher wird. Tatsächlich war es ganz anders, aber trotzdem langweilig.
Riesige Monster aus einer anderen Dimension kommen durch einen Spalt im Pazifik auf die Erde. Konventionelle Waffen richten zu wenig Schaden aus. So kann man die Aliens zwar aufhalten, aber erst nachdem sie schon ganze Städte verwüstet haben. Deswegen werden die Jäger gebaut, riesige Roboter, die von zwei Menschen gesteuert werden müssen. Diese prügeln sich dann mit den Aliens bis einer von beiden tot ist.
Riesige Maschinen gegen riesige Monster zu bauen, kann der Film gerade noch akzeptabel erklären; auch warum es zwei Piloten braucht doch dann fängt die ganze Sache an zu zerbröseln. Obwohl die Roboter Schwerter haben, werden diese erst gegen Ende des Films gezückt. Man will ja den Aliens einen fairen Kampf bieten. Deswegen gibt es wohl auch keine Langstreckenwaffen und die Jäger sind Zweibeiner – vier wären deutlich besser gewesen. Insofern fragt man sich als Ingenieur schon, was die Leute sich hier überlegt haben. Aber nun gut, es ist ein Film und soll Spaß machen.
Leider schafft er das auch nur mäßig. Die Kämpfe sind zwar gut inszeniert, konnten mich aber nie wirklich begeistern. Die Aliens sehen langweilig aus und mit den Jägern konnte ich mich nicht identifizieren. Dies lag nicht an den Effekten, aber obwohl Menschen in den Maschinen stecken, fehlt ihnen jegliche Persönlichkeit – Transformers hat menschliche Roboter gemacht, mit denen ich mitgefiebert habe. Insofern schaute ich mir die Kämpfe an und wartete wieder auf Handlung.
Die Handlung trägt allerdings ziemlich dick auf. Jeder Charakter hat irgendwelche emotionalen Probleme, diese werden aber bei keinem vollständig ergründet und beeinträchtigen auch nur in einer einzigen Szene das Zusammenspiel der Jäger-Piloten. Es wäre zu erwarten gewesen, dass die Piloten Probleme haben, da sie Erinnerungen teilen, wenn sie zusammen den Jäger steuern. Sie hätten persönliche Ängste überwinden und lernen müssen dem anderen zu vertrauen. Das hätte viel Sympathie gebracht – gerade auch in den Jäger Kämpfen – wurde aber nicht angewendet.
Trotzdem wird mit persönlichen Problemen ein guter Teil der Handlung verschwendet, obwohl sich kaum Charakterentwicklung abzeichnet. Der Rest der Zeit geht damit drauf, dem Zuschauer alle Ideen zu erklären und wie die Menschen herausfinden, was die Aliens eigentlich wollen.
Die Musik passt sehr gut zum restlichen Konzept des Films. Zwar klingt sie im Prinzip gut, wird aber in jeder Jäger Szene verwendet. Da wäre auch etwas Abwechslung wünschenswert gewesen.
Insgesamt hätte Pacific Rim deutlich spannender sein können, wenn ich irgendein Interesse an den Charakteren gehabt hätte und die wesentlichen Story Elemente nicht in den ersten fünf Minuten abgefeiert worden wären. Um das Ganze noch in Perspektive zu setzen. Ich schaue noch immer gerne Power Rangers.

Fazit: Der Film hat einige gute Konzepte, sein Potential aber verschenkt. Lieber sechs Folgen Power Rangers schauen. Dauert gleich lang wie Pacific Rim, ist aber deutlich interessanter.

5/10

Montag, 1. Juli 2013

Filmreview: Olympus Has Fallen

Ich habe ja schon lange keinen Filmreview mehr geschrieben, aber bei Man Of Steel und Star Trek Into Darkness war das auch gar nicht nötig. Anders bei Olympus Has Fallen, denn ich kann jedem nur von diesem Film abraten.
Dabei fängt er wie der typische Actionfilm an. Der Held, Mike, arbeitet beim Secret Service und ist eng mit dem Präsidenten befreundet. Dann passiert irgendwas tragisches und er ist nicht mehr dabei. Einige Monate später greifen Terroristen das Weiße Haus an und nehmen den Präsidenten als Geisel und da beginnt der Blödsinn erst. Dank beeindruckender militärischer Inkompetenz ist es nämlich möglich jede Menge schweres Geschütz direkt vor dem Weißen Haus aufzufahren. Das brauchen die Terroristen auch, um all die Secret Service Leute abzuknallen, die wie Lemminge in den Kugelhagel rennen (ohne Helme oder Schutzwesten versteht sich). Einzig Mike versteht es geschickt hinter Bäumen, Autos oder Mauern in Deckung zu gehen. So schafft er es auch durch die Vordertür ins Weiße Haus ohne abgeknallt zu werden. Erstmal drinnen, beginnt Mike die Terroristen abzumurksen. Das muss er, denn der Präsident wird als Geisel in seinem eigenen Bunker unter dem Weißen Haus festgehalten.
In bester Die Hard Manier telefoniert Mike auch ab und zu mit der Außenwelt. Dort hat es einen Reserve-Präsidenten und natürlich auch den Militärtyp, der meint er wisse es besser und damit, entgegen dem Anraten von Mike, ein paar Soldaten in den Tod schickt. Da es aber an Dramatik nicht reicht, wenn nur das Leben des Präsidenten auf dem Spiel steht, ist die Ganze USA in Gefahr. Dafür gibt es im Bunker des Präsidenten ein Pult, von dem aus man alle US-Atomraketen nach dem Abschuss noch sprengen kann. Dieses Feature ist notwendig, falls man sich doch noch in letzer Minute entscheiden sollte, die Feinde nicht in die Steinzeit bomben zu wollen. Schon relative früh im Film, finden die Leute heraus, dass der Terrorist die Codes für dieses Pult will. Damit wären alle Atomraketen unbrauchbar und die USA wehrlos, war deren Schlussfolgerung. Da dachte ich mir: "Cool, offenbar waren sie schlau genug, dass die Rakete sprengen nicht bedeutet, wir zünden den Sprengkopf." Gegen Ende des Films wurde dann den Figuren bewusst: "Oh mein Gott, er will die Codes nicht um Raktenstarts zu verhinden, sondern die Raketen im Bunker zünden. Das würde die gesamten USA auslöschen." - "Aha, also doch den Sprengkopf zünden. Natürlich..."
Gut, bislang klingt der Film noch wie einer der besseren Steven Segal Streifen. Allerdings wird die fröhliche Action immer wieder unterbrochen von Sachen wie zum Beispiel der wehenden US-Flagge, Soldaten, die Militärjargon sprechen, dem heldenhaften Präsidenten, der um das Wohl aller außer ihm selbst besorgt ist und dem Reserve-Präsidenten, der nur um das Wohl des Präsidenten besorgt ist. Letzteres ist übrigens ein sehr interessantes Thema. So riskiert der Reserve-Präsident lieber einen Krieg zwischen den beiden Koreas, als das Leben des Präsidenten.
Insgesamt bietet der Film eine solide wenn auch haarsträubende Grundlage für einen Actionfilm. Gute Action und ein deplatziertes "Fuck" in jedem zweiten Satz bekommt man auch geboten, nur leider ist alles mit einer penetrant nervigen Schicht aus USA ist so toll überzogen, umhüllt und durchtränkt.

Fazit: Der Film hat einige Ansätze, nervt aber über weite Strecken einfach nur, wegen dümmlichen Charakteren, Dialogen, Handlung und Pathos. Insgesamt zu wenig Gerard Butler one-man-show.

4/10

Mittwoch, 5. September 2012

Filmreview: The Dark Knight Rises

Christoher Nolan bietet im letzten Teil seiner Batman Saga ein intensives Filmerlebnis, das bestens unterhält und trotzdem kaum Spaß macht.
Der Film setzt acht Jahre nach The Dark Knight ein. In der Zwischenzeit ist eigentlich nicht viel passiert. Bruce Wayne hat sein Kostüm an den Nagel gehängt und sich vollkommen abgeschottet, währenddessen hat Commissioner Gordon die Stadt von jeglicher Kriminalität befreit. Doch dann kommt der Wahnsinnige Bane, der Gotham in seine Gewalt bringt und lockt damit Batman wieder hervor, der das Gefühl hat, der einzige zu sein, der die Stadt noch retten kann.
Einfach vorweg, der neue Batman Film ist von der Qualität ähnlich wie die anderen beiden; vom Erzählstil allerdings ganz anders. Gotham ist extrem grau und langweilig und depressiv, genau wie Batman und die Handlung läuft ohne große Erklärung für Motivation der Charaktere geradlinig nach vorne. Das wirft zum einen viele Fragen auf und hilft zum anderen sich nicht mit den Figuren zu identifizieren. Tatsächlich bin ich sehr passiv dort gesessen und habe einfach zugeschaut was passiert. Die Spannung war dank konstantem Tempo und guter Inszenierung da, aber im Endeffekt fehlte die emotionale Bindung.
In diesem Zusammenhang bedarf die Figur Blake besonderer Erwähnung. Dieser bekommt extrem viel Screen Time und bringt sehr wenig Handlung vorwärts. Im Endeffekt ist die Existenz seiner Figur sowie auch jene von Catwoman nur für ein abgerundetes Ende von Nöten.
Batmans Gegenspieler Bane sollte schon von seiner Präsenz her bedrohlich wirken. Seine ganze Mimik und Sprache lässt ihn aber sehr gefasst und besonnen erscheinen, auf keinen Fall fanatisch. Insofern ist auch die Bedrohlichkeit dahin, zudem lässt seine Vergangenheit darauf schließen, dass er gar nicht so ein böser Mensch ist.
Batman selbst kommt im Film gar nicht so oft vor, wie es schön wäre und wenn, dann nur in öden Kämpfen (auf Theatralik und dergleichen wird verzichtet) oder depressiv als Bruce.
Ein klarer Rückschritt gegenüber früheren Teilen sind die Kampfszenen. Es sieht aus, als hätten Batman und Bane ihre Kampftechnik in Kneipenschlägereien gelernt. Auf Deckung, Blocks, Konter und Hebel wird gekonnt verzichtet, stattdessen prügeln beide aufeinander ein, bis einer zu Boden geht. Wenn man das Training sieht, das Bruce im ersten Teil durchgemacht hat, ist dies doch sehr verwunderlich.
Nach so viel Kritik (mehr spoilerbehaftete folgt noch nach der Wertung) darf gefragt werden, warum der Film dann überhaupt sehenswert ist. Der Film kann trotz seinem depressiven Grundthema gut unterhalten und schließt den Handlungsbogen der anderen Teile schön ab. Wer die anderen beiden Teile nicht gesehen hat, soll von diesem Film lieber die Finger lassen.
Insgesamt geht es mir vom Eindruck damit ähnlich wie bei Inception. Ein tolles Erlebnis, das in allen Details gut gemacht ist, aber trotzdem ohne Charme oder echte Highlights bleibt, die zum mehrmaligen Anschauen anregen.
Fazit: Ein depressives Erlebnis, das handwerklich einwandfrei, aber ohne Charme bleibt. Keine lockere Unterhaltung, aber ein gutes Ende für diese Trilogie. Mehrmals werde ich den Film aber wahrscheinlich nicht anschauen.

8/10 (wenn man die anderen beiden Teile kennt)
6/10 (für sich allein)


Nun folgt noch eine genauere Diskussion voller Spoiler:
Wie bereits erwähnt, ist die Motivation Banes nicht klar. Offenbar fühlt er sich Talia gegenüber verpflichtet, weswegen er ihren Wünschen nachkommt Gotham zu zerstören. Nun wird aber erklärt, dass Bane aufgrund von Vorurteilen von Ras-al-Ghul aus der League of Shadows geflogen ist. Talia erzählt, dass sie ihren Vater gehasst hat, zumindest bis er von Bruce umgebracht wurde. Bane hatte also keinerlei Motivation überhaupt das Werk der League fortzuführen. Des Weiteren sollte man bedenken, dass Ras Gotham zerstören wollte, weil es eine Hochburg der Dekadenz war, in der Kriminelle frohlocken konnten. Dass dies nicht mehr der Fall ist, wird aber zu Beginn des Films ganz deutlich erklärt.
Die Wandlung von Talia kommt auch äußerst unvermittelt. Aus der besonnenen Frau, wird plötzlich eine Wahnsinnige, die Batman ein Messer in den Bauch rammt. Normalerweise kann man an so einer Verletzung sterben, aber Batman nimmt das ganz locker hin. Nicht einmal in seiner Beweglichkeit ist er dadurch eingeschränkt.
Ein weiteres Highlight meines Unverständnisses ist auch Banes Maske. Natürlich mussten sie sich an den Comics orientieren, aber das Ding sieht einfach übertrieben kompliziert aus und vor allem, wenn er in seinem komischen Gefängnis verarztet wurde, woher haben sie dann überhaupt so eine Spezialanfertigung? Sowieso ist die Erklärung für das Ding mehr als fadenscheinig.
Wie Bruce aus dem Gefängnis herausklettert, stößt mir auch übel auf. Anders als in der Realität, hängt es nämlich nur von seinem Überlebenswillen ab, ob der den Sprung schafft. Natürlich kann die Angst vor dem Tod den Körper zur höchstmöglichen Leistung bringen, aber auch nicht mehr. Nur weil er eine bestimmte Distanz springen können will, heißt das noch lange nicht, dass er es kann. Als er dann den Sprung aber schafft, hat er sogar noch Gepäck dabei und springt aus dem Stand. Er muss also die Male davor wirklich schrecklich unmotiviert gewesen sein.

Sonntag, 27. Mai 2012

Filmreview: Iron Sky



Dank einem vielversprechenden ersten Trailer, konnte der Film unter anderem wegen der Finanzierung durch Fans tatsächlich gedreht werden. Herausgekommen ist eine vielschichtige Geschichte, die geschickt saudumm und intelligent vereint.
In der nicht allzu fernen Vergangenheit haben die Nazis einen Stützpunkt auf der dunklen Seite des Mondes errichtet (man beachte: der Mond zeigt der Erde immer dieselbe Seite). In der nicht allzu fernen Zukunft möchten jene Nazis der Erde ihre Vorstellungen von Frieden bringen. Kurz bevor sie ihr Vorhaben allerdings starten, werden sie von einem Astronauten dunkler Hautfarbe entdeckt. Dieser wird natürlich sofort gefangen genommen. Hiermit habe ich zwar erst fünf Minuten der Handlung erzählt, doch möchte ich nicht weiter fortfahren sondern lediglich sagen. Die Geschichte spielt sowohl auf dem Mond, als auch auf der Erde und natürlich auch im Weltraum. Für den Zuseher wird somit erfreulich viel Abwechslung an Szenerie geboten, die sich ungezwungen in die Handlung einfügt. Ingesamt hat der Film ohnehin ein sehr gutes Tempo und schaukelt gut die Spannung in Richtung Finale immer weiter auf.
Natürlich lässt sich ein Film über Weltraum-Nazis nicht ernst nehmen und das versucht dieser auch gar nicht; stattdessen ist er voll von überzeichneten Charakteren. Da sind natürlich die fanatischen Nazis, die darauf aus sind alles zu erobern; die amerikanische Präsidentin Palin, der jedes Mittel recht ist, um wieder gewählt zu werden und eine ganze Reihe von Knallköpfen, welche eine der beiden Parteien unterstützen. Die Figuren wirken dabei eher wie Karikaturen und funktionieren auch so.
Quasi als Stimme der Vernunft und ganze Menschen gibt es im Gegensatz dazu den schwarzen James, sowie die Nazi Renate. Er kommt sich vollkommen im falschen Film vor und kann die Welt um sich herum nicht mehr verstehen, als er auf den Mond kommt. Sie hingegen muss bald erkennen, dass so ziemlich alles was ihr eingetrichtert wurde falsch ist. Beispielsweise stellt sie recht schmerzhaft fest, dass das Hakenkreuz doch kein Zeichen der Liebe ist und die Nazis auch nicht der Welt Liebe und Frieden bringen wollen. Zumindest nicht der ganzen Welt.
Lob gebührt hier auch dem Regisseur, dass die Nazis auch wirklich von deutschsprachigen Schauspielern verkörpert werden, die untereinander auch Deutsch sprechen. Speziell wenn man selber der deutschen Sprache mächtig ist, trägt dies sehr zur Atmosphäre bei.
Zwischen all dem kommt auch die Science-Fiction nicht zu kurz. Gerade wie herrlich veraltet die Nazi Technologie ist, wird herrlich auf die Schippe genommen. Daneben wirkt es auch ein wenig als Hommage an alte Science-Fiction Filme; inklusive Raumschiffe in Form der fliegenden Untertassen. Beim Showdown, der als Kampf von Raumschiffen angelegt ist, dürfte dann bei so ziemlich jedem Sci-Fi-Fan das Herz höher schlagen.
Die Struktur des Films lässt sich vielleicht am besten mit einer South Park Episode vergleichen. Oberflächlich wirkt die Handlung vulgär und dumm, kann aber gut unterhalten. Wenn man sich allerdings an die Charaktere gewöhnt hat und auch die vielen Anspielungen begreifen kann, eröffnet sich die ganze Genialität und Liebe zum Detail.

Fazit: Heil, Adler!

8.5/10

-> IMDb

Sonntag, 20. Mai 2012

Filmreview: The Avengers



Mit den Marvel-Superhelden-Filmen hat das Studio im Endeffekt nur auf den Avengers Film hingearbeitet und tatsächlich bringen sie es zufriedenstellend zusammen.
Loki, der böse Bruder von Thor, verbündet sich mit einer Armee um an den Tesserakt zu gelangen. Dieser ist eine Energiequelle und/oder Portal und sonst Zeug, so richtig klar wurde mir das eigentlich nicht. Natürlich befindet sich der Tesserakt auf der Erde, wo Loki auch sogleich auftaucht. Nick Fury, der Leiter von S.H.I.E.L.D. rekrutiert daraufhin die ganzen Marvel Superhelden (Iron Man, Hawkeye, Hulk, Black Widow, Thor, Captain America, aber nicht Spider-Man). Diese lassen sich allerdings etwas Zeit mit dem Mitmachen und so treten erst langsam mehr Loki entgegen.
Die Handlung schien mir im Film aber ohnehin Nebensache zu sein. Die erste Hälfte dient eigentlich nur dazu, dem Zuseher die Charaktere näher zu bringen. Zum Glück sorgen Loki und Tony Stark für ausreichend Konfliktpotential innerhalb das Avenger Teams, damit das auch lustig ist. Das Ganze wird immer wieder aufgelockert durch Kämpfe, in denen die Helden einzeln oder zu zweit in Aktion sind. Natürlich muss sich die Avengers Truppe aus den vielen verschiedenen Persönlichkeiten erst einmal zu einem Team zusammenraufen. Das machen sie auch, nachdem sie erkennen, dass ihnen durch geschickte Finten Loki immer mindestens einen Schritt voraus ist. Das ist dann so etwa in der Mitte des Films.
Ab dann folgt ein ausgiebiger Showdown, in dem alle Avengers sehr ausgeglichen Zeit auf der Leinwand bekommen, auch wenn der Star weiterhin Iron Man bleibt. Dabei fetzt es ordentlich, der Humor fehlt auch nicht, lediglich die Gegner sind extrem austauschbares Kanonenfutter. Das stört aber nicht, da es ohnehin nur darum geht, wie toll die Avengers Kleinholz aus allem machen.
Insgesamt kann man sagen, hat Joss Whedon tolle Arbeit geleistet. Er musste viele Charaktere einführen, das Ganze noch mit einer brauchbaren Handlung verbinden und einen furiosen Schluss bieten. Ich kannte bereits alle Charaktere und habe eigentlich nur darauf gewartet, dass die Truppe endlich als Team auftritt. Insofern war die erste Stunde des Films zwar unterhaltsam, aber ich habe nur auf den Showdown gewartet. Wer mit der Materie weniger vertraut ist, wird wahrscheinich über den langsamen Einstieg froh sein.

Fazit: Die erste Hälfte zieht sich sehr schleppend dahin, dafür ist die zweite umso stärker. Beim nochmals ansehen kann man eigentlich gleich in der Hälfte einsteigen.

6.5/10

-> IMDb

Mittwoch, 18. Januar 2012

Filmreview: Der Atem des Himmels



Reinhold Bilgeri verfilmt im wahrsten Sinn des Wortes in Eigenregie sein Buch „Der Atem das Himmels“ das eigentlich auf dem Drehbuch zum Film basiert.
In „Der Atem des Himmels“ wird die Geschichte des Lawinenunglücks von Blons in Vorarlberg (Österreich, Europa, Terra, Sol, Milchstraße) erzählt. Mit über 50 Toten war es das schwerste Lawinenunglück Vorarlbergs. Vor diesem Hintergrund wird die Geschichte einer verarmten Adligen erzählt, die eine Lehrstelle im Bergdorf Blons antritt. Sie muss sich dabei erst an ein Leben unter Vorarlbergs Bergbewohnern gewöhnen, doch lernt sie schon bald ein paar Männer kennen, die an ihr Gefallen finden. Wie bereits erwähnt, kommt dann irgendwann die Lawine.
Reinhold Bilgeri hat bei diesem Film, abgesehen von der Romanze, großen Wert auf Authentizität gelegt und das merkt man auch. Er hat gut die damals typisch abweisende Haltung der Blonser (oder generell Vorarlberger – speziell in Bergregionen) eingefangen, sowie auch deren gesellschaftliche Struktur, Wertvorstellungen und einfach den Alltag dieser Zeit. Auch Kleidung, die Problematik der Nachkriegsjahre inklusive Besatzung und die Technologie wirken schön stimmig. Die Kamerafahrten sind sehr gut gelungen und fangen auch schön das Panorama und die Abgeschiedenheit ein und bei all dem hat er auch nicht auf den Humor vergessen. Man fühlt sich also wirklich in diese Zeit zurückversetzt und das Bergpanorama kann begeistern.
Bilgeri nimmt sich leider ziemlich viel Zeit heraus um die Themen anzugehen, wodurch es über eine Stunde geht, bis das titelgebende Ereignis endlich eintritt. Hier dürfte der Film durchaus etwas kürzer sein, denn irgendwann fragt man sich dann doch, inwiefern die Sachen jetzt noch für die Handlung relevant sind. Besonders dann, wenn die Lawine kommt und eh alles salopp gesagt für den Arsch ist. Etwas enttäuschend fand ich auch die Lawine inszeniert. Zwar ist sehr schön gefilmt, wie sie über den Boden hinwegfegt, aber hier hätte etwas CGI nicht geschadet, wo man sieht, wie sie sich löst und ins Tal hinab rast. Das hätte der ganzen Dramatik noch um einiges mehr Gewicht verliehen, auch wenn es so schon tragisch realistisch dargestellt wurde. Hier gebührt auch ein Kompliment, da dies trotz der Liebesgeschichte mit relativ wenig Kitsch über die Bühne geht und beklemmend authentisch wirkt. Gerade auch, wie die Leute sich nach der Lawine wieder zusammenraufen, ist glaubwürdig und ohne Pathos dargestellt. Dabei hilft es auch, dass viele Leute, mit denen man sich identifizieren kann, eingeführt wurden; wobei einige auch der Lawine zum Opfer fallen. Insgesamt wird also die Tragik der Lawine sehr gut transportiert nur eben nur auf emotionaler nicht visueller Ebene.
Leider sind gerade in der ersten Hälfte die Dialoge oft sehr hölzern vor und ich hatte einige Male den Eindruck, dass so einfach kein normaler Mensch spricht – es war stellenweise fast schon auf Seifenopernniveau (wobei ich vielleicht insgesamt 15 Minuten Seifenoper in meinem Leben gesehen habe und deshalb wenig qualifiziert bin, dies zu vergleichen). Speziell für mich als Vorarlberger war es auch ein bisschen störend, dass bei den Schauspielern gelegentlich der Akzent durchgeschlagen hat – und der war durchwegs alles andere nur kein Vorarlberger Dialekt.

Fazit: Respekt dem Herrn Bilgeri. Er schreibt das Buch, dreht und finanziert den Film selbst und das alles ist ein Novum für ihn. Dem Resultat sieht man absolut nicht an, dass es ein Erstlingswerk ist. Beeindruckend und sehr realitätsnah in Szene gesetzt, wenn auch etwas langatmig.

6.5/10

Der Atem des Himmels in der IMdB

Freitag, 23. Dezember 2011

Filmreview: Mission Impossible: Ghost Protocol



Fast ohne Verschnaufpause geht es im vierten Mission Impossible Teil zur Sache und das auch noch mit Humor.
Das IMF (Impossible Mission Force) konnte es vereiteln, dass dem Terroristen Cobald Startcodes für Atomraketen in die Hände fallen. Dafür sprengt dieser Teile des Kremls in die Luft und hängt es dem ganzen IMF und Ethan Hunt (Tom Cruise) im Besonderen an. Sofort wurde das IMF aufgrunddessen aufgelöst. Dem IMF wurden allerdings die Startcodes ebenso entwendet und nun geht es für Ethan Hunt und sein Team darum, Cobalt zu fassen und die Startcodes wiederzubeschaffen, sowie den Ruf des IMF wiederherzustellen.
Diese Rahmenhandlung ist dann Gegenstand für eine rasante Jagd rund um den Erdball (also eigentlich Nordafrika und Asien, wenn ich mich recht entsinne), voller spektakulärer Verfolgungen und Stunts, sowie originellen Einfällen, was die Durchführung ihrer Mission betrifft.
Erstmals trifft der Begriff Mission Impossible auch besser zu, denn anstatt wie sonst in den Filmen üblich, läuft dieses Mal sehr wenig nach Plan. Stattdessen muss das Team oftmals improvisieren. Dies dreht die Spannungsschraube ordentlich nach oben und wirkt genreuntypisch erfrischend. Team ist auch ein gutes Stichwort, denn anders als in den letzten Teilen, ist jetzt das Team nicht dazu da, Tom Cruise zur Seite zu stehen, wenn er all die coolen Sachen macht, sondern die Mitglieder sind auch selbst voll im Einsatz, verfolgen, verprügeln, täuschen und machen andere coole Sachen.
Sehr auffällig ist dabei auch der Humor, der durch die etwas unterschiedlichen Charaktere entsteht. Der Film möchte auch in erster Linie unterhalten und nimmt sich nicht allzu ernst, weswegen neben den Dialogen auch ein schönes Stück Selbstironie darin vorkommen. Dies stört aber in keiner Weise, sondern lockert nur auf.
Die Action erledigt dann noch ihr Übriges. Durchwegs übertrieben, aber gerade noch an der Grenze zum machbaren (da auch wenig CGI und viele Stunts) geht es praktisch non-stopp dahin. Charakterentwicklung und Handlung haben überraschenderweise trotzdem Platz gefunden und für mich sind die über zwei Stunden im Kino extrem schnell vergangen. Besonders die Hochhausszene hat schon einen ziemlichen Wow-Effekt bei mir ausgelöst. Zudem hat mir auch gut gefallen, wie unkonventionell manche Teil der Mission angegangen wurden.

Fazit: Fantastische Action, Humor und interessante Charaktere. Eine rasante Mischung die Spaß macht.

8/10


-> IMDb




Eine Anmerkung möchte ich allerdings zum Schluss noch machen: Wer dachte, es wäre nötig, den Untertitel im Deutschen auf Phantom Protokoll zu ändern? Ghost ist doch schon ein gängiger Begriff und klingt zudem wesentlich cooler. Konsequenterweise hätten man dann auch gleich "Mission Impossible" zu "Kobra übernehmen Sie" ändern können, so wie man es bei der Serie aus den Sechzigern gemacht hat.
Deswegen habe ich auch konsequent den englischen Titel verwendet.

Mittwoch, 7. September 2011

Filmrezension: JCVD

jcvd

Jean-Claude Van Damme wird als Geisel genommen und kämpft sich seinen Weg zur Abwechslung mal nicht frei.
In diesem, fast dokumentarisch angelegten Film, geht es um den gefallenen Star Jean-Claude Van Damme. Er hat gerade einen Sorgerechtsstreit hinter sich und ist fast pleite. Als er in seinem Heimatort Geld von der Bank abheben möchte, wird er als Geisel genommen; doch die Polizei hält ihn für den Geiselnehmer.
Was folgt, ist ein interessantes Geiseldrama und eine Abrechnung Van Dammes mit seinem bisherigen Leben. Er erzählt von der Schnelllebigkeit Hollywoods, wie einem der Ruhm zu Kopf steigt und dass nun nur noch Low-Budget Produktionen bleiben, um sich ein paar Brötchen zu verdienen. Das Ganze ist eingebettet in ein spannendes Geiseldrama, in dem sein Bekanntheitsgrad sowohl bei den Geiselnehmern als auch bei den Geiseln und der Bevölkerung eine entscheidende Rolle spielt.
Anders als sonst boxt er sich allerdings nicht aus der Situation heraus, sondern hat ähnlich viel Angst vor den Irren mit den Waffen, wie jeder andere auch. Überhaupt schafft es dir Film von der ersten Minute an, Van Damme als normalen, sympathischen Menschen darzustellen, mit dem es die letzten Jahre nicht so gut gemeint haben.
Die Optik des Films, mit einem ockerstich, ist zwar etwas eigenwillig, passt allerdings ganz gut zum tristen Grundton.
Mindestens das Vorwissen durch einen Van Damme Actionfilm sollte vorhanden sein, da sonst die Identifikationsgrundlage zum Hauptcharakter fehlt. Dann aber bekommt man ein intelligentes Geiseldrama geliefert und interessante Einblicke in die Abgründe Hollywoods und eines gealterten Actionhelden, der hier seine wahrscheinlich beste schauspielerische Leistung abliefert.
Im Verlauf des Films stellt Van Damme sich selbst die Frage, was er denn sinnvolles für die Nachwelt gemacht hat; dieser Film dürfte die Antwort sein.

Fazit: Interessante Einblicke und eine spannende Handlung bieten gute Unterhaltung abseits ausgetretener Pfade. Stellenweise wirkt es aber dann doch etwas zu getragen. Für Actionfans, die auch gerne etwas intelligenter unterhalten werden, äußerst sehenswert.

7,5/10

JCVD in der IMDb

Trailer

Sonntag, 17. Juli 2011

Filmreview: Your Highness

highness

Wenn ich Your Highness mit einem Satz kommentieren sollte, wäre es wohl: „Humor ist wenn man trotzdem lacht.“ Eine etwas ausführlichere Beschreibung soll aber doch folgen.
Prinz Thadeus (Danny McBride) hat keine Herrscherqualitäten, kann nicht Kämpfen und ist eigentlich rundum unterdurchschnittlich, versucht sich aber immer kompetent zu verkaufen. Sein jüngerer Bruder Fabious (James Franco) stellt ihn somit in allen Belangen in den Schatten. Als dessen Braut allerdings entführt wird um Opfer für eine böse Macht zu werden, sieht Thadeus seine Chance auch mal der Held zu sein. Zusammen mit Fabious bricht er deshalb auf die Braut zu retten. Zwar zunächst etwas wiederwillig, doch als er auf die schöne und kampferfahrene Isabel (Natalie Portman) trifft, zählt nur noch diese zu beeindrucken, was meist sehr chaotisch aber doch gut ausgeht.
Der Film betritt handlungsmäßig kein Neuland. Eine Gruppe von Helden, die gegen einen bösen Magier kämpft ist genauso wenig neu, wie die Geschichte vom Tollpatsch, der über sich hinauswächst und zu einem Happy End verhilft. Neu ist hingegen die Mischung aus der sexuell zentrierten Gesellschaft, die mit sehr vielen Kraftausdrücken um sich wirft und dem typischen Fantasy-Setting. Etwas erdiger ausgedrückt: da sieht man erhobene Mittelfinger, hört viele Schimpfworte und speziell Thadeus denkt eigentlich nur an Sex. Irgendwie passt es aber in die Welt hinein und sorgt manchmal auch für Lacher, weil die Dialoge dadurch etwas unerwartet sind. Nach einiger Zeit beginnen die Peniswitze und dergleichen aber dann doch zu nerven und intelligenten Humor bekommt man leider nicht geboten; stattdessen wird man dann noch mit so komischen „Random-Information“ Sachen unterhalten.
Dafür sind die Settings ansprechend abwechslungsreich, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, die Mitte des Films ist nur Füllmaterial. Es wirkt so als hätten die Autoren eine Idee für den Anfang und das Ende gehabt, die auch wirklich cool ist, wussten aber nicht so richtig, wie sie den Rest der Zeit füllen sollten und lassen die Helden dann ein bisschen nach Zeug suchen.
Der Cast ist dafür sehr solid und besonders als Prinz Thadeus ist Danny McBride wunderbar. Seine ganze Körpersprache und Mimik bringt vom ersten Anblick an herüber, dass er ein ziemlicher Taugenichts sein muss. Besonders, wie er sich immer als besonders fähig darstellen möchte, kann immer wieder erheitern und so trägt er im Prinzip den Film über weite Strecken.

Fazit: Kein Film zum mehrmals ansehen, aber wer was für Fantasy übrig hat, findet sicher seinen Spaß daran, oder wie der Magier am Anfang des Films sagt: „Magic, Motherfucker!“

6/10


-> Trailer

-> IMDb

Dienstag, 5. April 2011

Sucker Punch

Sucker Punch Blondie

Nach den Trailern war eines klar, in dem Film geht es um drei Dinge: Frauen mit wenig an, Waffen und Gemetzel. Nachdem ich den Film jetzt gesehen habe, muss ich dem noch einiges hinzufügen. Der Film zeigt sehr schön, wie sich Baby Doll in ihre Traumwelt flüchtet (auch wenn das erst am Ende wirklich klar wird). Innerhalb dieser Traumwelt flüchtet sie sich dann wieder in eine Traumwelt (hm... Inception lässt grüßen...).

Ohne zuviel sagen zu wollen geht die Story etwa so: Baby Dolls Mutter stirbt, im Testament stehen sie und ihre Schwester als Universalerbinnen eingetragen, was ihren Stiefvater zur Weissglut bringt, er will die beiden Einsperren, dabei geht einiges schief, Baby Doll erschiesst ihre Schwester und kommt in die Irrenanstalt. Hier scheint eine Mischung aus Bordell und burleskem Varieté eingerichtet zu sein, in der die Insassinnen auftreten. Baby Doll ersinnt zusammen mit Rocket, Amber, Blondie (das ist die Schwarzhaarige auf dem Cover oben) und Sweet Pea einen Fluchtplan. Dazu brauchen sie eine Karte, Feuer, ein Messer und einen Schlüssel. Die Beschaffung dieser Gegenstände wird nun in den aus den Trailern bekannten Traumsequenzen gezeigt (mehr will ich zu den genauen Mechanismen nicht verraten). Gegen Ende wird der Film sowohl dramatisch, als auch recht verwirrend, weil die Ebenen hier sehr unvermittelt gewechselt werden.

Fazit: Der Film mag etwas verwirrend sein, wohl ein Grund für viele der schlechten Bewertungen. Ein großer Nachteil bei uns war sicherlich, dass wir den Film nur in 2D sehen durften. Man merkt den Film einfach an, dass er für 3D entwickelt wurde. Bei vielen Szenen merkt man, dass diese in 3D noch genialer wären. Nichtsdestotrotz, wenn man mit der etwas abstrusen Geschichte klar kommt, ist der Film wirklich empfehlenswert. Ansonsten bietet der Film jedoch sehr geniale, gut aussehende Action mit dampfbetriebenen Nazis und Ork-Nazis, die einen Drachen beschützen.

8/10

"Sucker Punch" in der IMDb

PS: Natürlich schaut man dem Film am Ende nur wegen den 5 Hauptdarstellerinnen an...

Paul - Ein Alien auf der Flucht

Paul Plakat

Die zwei brittischen Nerds Graeme und Clive fahren auf die Comic Con. Wenn man schon mal in Amerika ist, macht man dann natürlich auch eine Rundreise, unter anderem natürlich zur Area 51 und zur Black Mailbox. Dabei sammeln sie alelrdings den Alien Paul ein. Komischer Name für einen Alien? Naja, das Ufo mit dem er damals notlanden musste ist auf einem Hund gelandet... "Paul", der Name ist dann halt irgendwie hängen geblieben. Da Paul natürlich aus der Area 51 entflohen ist, lassen auch die Leute in den schwarzen Anzügen nicht lange auf sich warten, die Paul von der Flucht nach Hause (bzw zum Raumschiff) abhalten wollen. Fehlt eigentlich nur noch die Romanze, welche sich für Greame in Form von Ruth, dem überchristlichen Mädchen mit dem großen Schönheitsfehler im Auge herausstellt ("Das Ist Jesus, der Darwin in den Kopf schiesst").

Der Film nimmt gekonnt die allgemeinen Alienklischees auf die Schippe: Paul ist weder nett, noch vorsichtig. Niemand würde ihn je mit seinen Kindern zusammen in einem Raum lassen. Er raucht, trinkt und ist generell ziemlich ungehobelt. Entgegen der Erwartungen hat die Story jedoch auch einige Überraschungen auf Lager. Wenn man dann noch einige der anderen Filme mit Simon Pegg und Nick Frost kennt, werden einen sicher auch die zahlreichen Anspielungen auf diese auffallen.

Fazit: Ein sehr lustiger Film, ein klein bisschen Action ist auch drin. Selten wurde in der Sneak so wenig zwischenrein gerufen (und das will was heissen)...

7,5/10

"Paul - Ein Alien auf der Flucht" in der IMDb

Dienstag, 8. März 2011

Filmrezension: From Paris with Love

with love


Nach Liam Neeson in Taken, darf nun auch John Travolta bleihaltige Liebe in Paris verschiessen - und das macht er ausgesprochen gut.
James Reece (Jonathan Rhys Meyers) arbeitet in der US-Botschaft in Paris und erledigt zwischendurch kleinere Geheimaufträge. Als er dann plötzlich zum Partner des sehr exzentrischen und schiesswütigen Special-Ops Agent Charlie Wax (John Travolta) befördert wird, findet er sich schnell im Kampf gegen Drogendealer und Terroristen wieder. Während Reece damit kaum umgehen kann, arbeitet sich Wax routiniert dem Ziel entgegen, einen Anschlag zu verhindern und knallt dabei reihenweise Leute ab.
Das Highlight dieses Films ist sicher John Travolta, der sichtlich Spaß an der Rolle des knallharten und abgebrühten, aber extrem ungehobelten Spezialagenten hat. Sein Äußeres lässt zwar schwer vermuten, dass er der Böse des Films ist, dem ist aber erfreulicherweise nicht so. Somit macht es richtig Spaß zuzusehen, wie er mit der „ich komm mit jeder Situation klar“ Einstellung und Körpersprache, mit jeder Situation klar kommt. Ob er nun im unbewaffneten Nahkampf eine Straßengang zerlegt, sich Feuergefechte mit Drogendealern liefert, oder bei voller Fahrt auf der Autobahn mit dem Raketenwerfer zum Seitenfenstern hinauslehnt, es macht immer Spaß dem unbeeindruckbaren guten bösen Buben zuzusehen.
Sozusagen als moralische Instanz kommt dann Reece ins Spiel, der mit Wax Methoden nur wenig anfangen kann. Mit diesem Charakter kann sich dann direkt auch der Zuseher identifizieren, um sich nicht fragen zu müssen, auf welcher Seite man denn jetzt steht.
Dass der Film nicht durch seine Handlung überzeugt, sollte inzwischen schon klar sein. Stattdessen bietet er ausgesprochen gute und abwechslungsreiche Actionsequenzen, die gespickt mit coolen Aktionen sind und sich sinnvoll aneinander Reihen. Dazwischen gibt es immer wieder ruhigere Momente, die dem Film ein angenehmes Tempo verleihen.
Ich muss aber nochmals auf John Travoltas Rolle zurückkommen, da er wirklich einen dermaßen coolen Agenten spielt, was ich ihm niemals zugetraut hätte.

Fazit: Großartige Actionkost mit einer sinnvollen Mischung Handlung. Wax on, Wax off!

8/10

-> IMDb

-> Trailer (YouTube)

Mittwoch, 9. Februar 2011

Filmreview: Tucker and Dale vs Evil

Tucker & Dale vs Evil Plakat


Wer kennt sie nicht, die typischen US-College-Studenten-im-Wald-von-Hillbillies-abschlachten-Filme. Tucker and Dale vs Evil macht mit diesen Filmen das, was Scary Movie mit Schockern macht, nur um Welten besser. Tucker ist ein einfach strukturierter Hinterwäldler, dessen Freund Dale eine "Ferienwohnung" mitten im Nirgendwo gekauft hat und die Beiden wollen diese nun auf Vordermann bringen. An der Tanke davor treffen sie auf ein paar heiße College-Schnitten und deren obligatorische, männliche Begleitung. Dale verguckt sich sofort in Allison, umgekehrt machen die beiden Hillbillies den Mädchen aber Angst, also passiert hier erstmal nichts. Wie es das Drehbuch aber so will, campen die Studenten natürlich in der Nähe der Hütte der Beiden und gehen des Nachts nackt baden. Dummerweise sind Tucker und Dale grad am fischen auf einem Boot, sodass Dale, als er die sich entblössende Allison sieht einen Laut ausstösst, worauf Allison erschrickt und ins Wasser stürzt. Da ihre Freunde nirgendwo zu sehen sind, retten die beiden das schöne Mädchen und bringen es in ihre Hütte. Was jetzt folgt, lässt sich eigentlich nur mit den Worten Allisons zusammenfassen: "Ich glaube, die meisten Missverständnisse passieren einfach nur dadurch, dass man sich gegenseitig missversteht".

Tatsächlich kommen auch fast alle Personen im Film um, und das auf wirklich sehr amüsante Weise: "Wir wollten nur das Haus renovieren, und dann haben diese College-Kids angefangen, sich auf unserem Grundstück umzubringen", wie Dale dem Polizisten zu erklären versucht. Insgesamt bietet der Film eine ganz andere Herangehensweise an die Studenten-im-Wald-Thematik, und die ist sogar noch viel nachvollziehbarer, als sie sonst in solchen Filmen verfolgt wird...

Fazit: Ein Film der leider nicht die Aufmerksamkeit bekommen wird, die er verdient. Auf jeden Fall sehenswert. Lasst euch diese Perle der neueren Filmgeschichte auf keinen Fall entgehen.

8.5/10

Tucker and Dale vs Evil in der IMDb

Filmreview: Jack goes Boating

Jack Goes Boating Plakat



Jack ist Limousinenfahrer. Da gibt es schon die erste Sache, die an dem Film komisch scheint. Annahme: "Limousinenservice ist ja eine Dienstleistung, die primär von besser betuchten Personen in Anspruch genommen wird". Die Annahme wird auch durch diverse Zitate des Filmes unterstützt. Würde man sich nicht beschweren, wenn der Fahrer dann so ausschaut:

Jack



Naja, kleiner Fehler, ist ja erstmal nicht so schlimm. Jack ist also Limousinenfahrer. Sein Freund (ich nennen ihn auch nicht näher bekannten Gründen hier einfach mal Lando) arbeitet im selben Unternehmen. Lando und seine Freundin wollen Jack mit Landos Freundins Freundin verkuppeln, die für den Chef von Landos Freundin grade Probearbeiten macht und dort Verträge übers Telefon verkaufen soll. An dieser rubbelt sich aber jemand in der U-Bahn, woraufhin sie niedergeschlagen wird und im Krankenhaus landet, woraufhin Jack ihr einen Koala mitbringt ("Koalas sind aus Australien") und die ganze Romanze Geschichte nun ins Rollen endlich dem Ende näher kommt (auch wenns leider noch etwas dauert).

Ihr konntet mir nicht so ganz folgen? Nicht so schlimm, nichts verpasst... An viel mehr kann ich mich leider nicht erinnern, ausser dass jemand während dem Höhepunkt Punkt der kurz vor dem Ende war, herzlichst gegähnt hat, woraufhin das halbe Kino einen Lachanfall bekam.

Kurz die paar wichtigen Punkte des Filmes zusammengefasst:
  • Koalas kommen aus Australien
  • niemals kochen und gleichzeitig Haschisch mit der Wasserpfeife rauchen
  • Rauchmelder gehen kaputt, wenn man mit einem Baseballschläger daneben haut (hab ich vorher ausprobiert, klappt bei meinem nicht, könnte aber auch drann liegen, dass ich nur einen Stock und keinen BB-Schläger verwendet habe)
  • Schwimmen lernen lernt man durch untertauchen
  • Canneloni sind etwa 25 cm lang
  • Kochen kann man allein durch Vorstellungskraft lernen

Wer jetzt noch mehr verwirrt ist... Keine Angst, so gehts mir echt auch

Fazit: Wenn ihr eine Freundin/Freund habt, und euch von ihr Trennen wollt, geht davor in diesen Film, dann wirkt die Trennung wie eine gute Nachricht. Gähnfaktor: sehr hoch

-3/10

Jack goes Boating in der IMDb

Samstag, 5. Februar 2011

Filmreview: Black Swan

Black Swan Plakat



Black Swan ist eine Geschichte über die Balletttänzerin Nina, der in der kommenden Saison endlich der große Durchbruch gelingen soll: Sie wird im Eröffnungsstück ihrer Company die Hauptrolle im allseits bekannten Stück Swan Lake tanzen. Für alle unter euch, die Swan Lake nicht kennen, hier auch noch eine kurze Zusammenfassung des Ballettstücks: Prinzessin Odette ist durch einen Fluch plötzlich ein weisser Schwan, nur ihre wahre Liebe kann sie retten, diese lernt sie zufällig in Gestalt von Siegfried kennen. Der Flucher will nicht, dass sie erlöst wird und bringt Odile, den schwarzen Schwan, ins Spiel, welche im Prinzip Odette ist, nur halt negativ, usw. Am Ende erliegt Siegfried allerdings Odile und Odette bringt sich um. Für alle die mehr wissen wollen: Swan Lake in der Wikipedia. Thomas, der für die Inszenierung verantwortlich ist, ist zufrieden mit Ninas Interpretation des weissen Schwans, jedoch kritisiert er ihren schwarzen Schwan zutiefst. Nina als selbstdisziplinierte Person kann sich nicht genug fallen lassen, um die Rolle des verführerischen Bösen zufriedenstellend spielen zu können. Thomas versucht nun, ihr diese Wesensart anzutrainieren.

Der Film kritisiert das Ballett im Allgemeinen eher unterschwellig, ständig fallen Anmerkungen auf den Stress, unter dem die Tänzerinnen stehen. Einzig Lily, die neue Tänzerin, die sich im Verlauf des Filmes zu Ninas Gegenspielerin mausert, scheint von diesem Stress wenig betroffen zu sein. Sie tanzt mit genau der Emotion, die Nina für den schwarzen Schwan fehlt. Jedoch wird angedeutet, dass sie ihre lockere Art mit Drogen erkauft. Der ganze Stress scheint bei Nina einige, teils wieder nur unterschwellig angedeutete Psychosen ausgelöst zu haben. Dazu zählen eindeutig die Magersucht und ein chronischer Juckreiz, die bereits zu Beginn des Filmes vorhanden sind, beziehungsweise in der Ninas Vergangenheit schon aufgetreten sind. Ninas Disziplin kommt, zumindest teilweise, von ihrer Mutter, die ihrerseits bis zu ihrer Schwangerschaft mit Nina Balletttänzerin war, und die diese Disziplin voll unterstützt. Als Thomas Bemühungen, Nina etwas lockerer zu machen jedoch beginnen Früchte zu zeigen, wendet sich Nina zusehends von ihrer Disziplin, und auch von ihrer Mutter, ab. Damit einher geht auch, dass sie ständig anfängt, auch in der Realität ihr negatives Spiegelbild zu sehen, parallel zur Geschichte von Swan Lake. Auch scheint Nina zusehends den Bezug zur Realität zu verlieren, Träume mischen sich mit der Realität, nie geschehene Ereignisse scheinen wie die Realität für sie. Im Besonderen bezieht sich dies auf Lily, nachdem diese Nina mit einer Nacht im Ausgang auf den Weg zum schwarzen Schwan hilft.

Das große Finale des Films ist natürlich die Erstaufführung. Der erste Tanz des weissen Schwanes geht allerdings gehörig schief, als Nina die Konzentration verliert, ihr Partner sie nicht mehr halten kann und sie auf die Bühne stürzt. Ihre Vermutung, dass diese Situation durch Lily entstanden wäre, führt nun zu einem weiteren, diesmal scheinbar kompletten Realitätsverlust, in dessen Folge es Nina gelingt den schwarzen Schwan perfekt zu tanzen und damit auch Thomas zu verführen, wie er es zuvor von ihr verlangt hatte. Zum Höhepunkt findet sie jedoch wieder zu ihrem wahren Wesen zurück und tanzt somit auch den weissen Schwan perfekt.

Besonders erwähnen möchte ich das Ende des Films. Der Film endet genau an der richtigen Stelle. Er versucht nicht wie andere Filme, noch eine Erklärung nachzuschieben, oder einen Epilog anzuhängen, wie es mich bei so vielen anderen Filmen stört. Genau vor dem letzten Schnitt habe ich daran gedacht, dass dies ein perfektes Ende wäre und Schnitt, der Film ist fertig. Bravo.

Fazit: Für diejenigen, die jetzt denken, das höre sich alles nach Frauenfilm an: Von den Damen, die mit uns im Kino waren, konnte sich keine so richtig für den Film begeistern, was wohl an der sehr grafischen, dramatischen, schockenden und teilweise auch sehr blutigen Darstellung von Ninas Wahnsinn liegen mag. Auch wenn Black Swan nicht in die Kategorie der Filme gehört, die normal mag, muss ich sagen, dass es ein packendes Meisterstück ist, welches ich nur weiter empfehlen kann.

8.5/10

Black Swan in der IMDb

Freitag, 28. Januar 2011

Filmrezension: Tron Legacy

legacy
29 Jahre nachdem Tron ins Kino kam, kommt die Fortsetzung. Diese macht zwar vieles falsch, aber das Entscheidende richtig, mit schönen Bildern unterhalten.
Sam Flynn ist der Sohn des Programmiergenies Kevin Flynn, der mittels einer Digitalisierungstechnik in den Computer kann und dort direkt mit Programmen interagieren, wobei diese auch durch Menschen repräsentiert werden. Ein Programm verrät ihn allerdings und lässt ihn nicht mehr aus der digitalen Welt entfliehen. Erst Jahre später verschlägt es Sam auch dorthin und zusammen planen sie ihre Flucht.
Bereits der erste Tron-Film wusste nicht durch eine tiefgreifende Handlung zu überzeugen, sondern wurde wegen seiner einzigartigen Optik berühmt. Die Künstler von Tron Legacy haben es geschafft, diesen Stil konsequent zu modernisieren und ihn dabei dem ursprünglichen sehr ähnlich sehen zu lassen. Den Kinogänger erwartet also eine stilsichere und stylische, klare Optik, die sich schön durch den ganzen Film zieht und wirklich Freude macht anzusehen.
Der Umstand von CGI wurde auch vollends genutzt um rasante Kamerafahrten und spektakuläre Verfolgungsjagden zu generieren, an denen es im Film nicht mangelt und die bestens unterhalten.
Leider leidet darunter ein wenig die Handlung. Im Prinzip findet diese nämlich immer nur zwischen zwei Verfolgungen statt. Dabei muss vor allem nahegebracht werden, was alles passiert ist und dies wird zwar dramatisch - getragen von Jeff Bridges - dargestellt, aber doch einfach nur in langen Textpassage vorgetragen, was etwas lahm wirkt. Die Handlung besser mit der Action zu verweben hätte dort durchaus den Unterhaltungswert erhöht.
Richtig mitfiebern wird man aber ohnehin nur können, wenn man den ersten Teil kennt, denn Charakterentwicklung sucht man in diesem Film vergebens. Jedoch ist die Mehrzahl wichtiger Figuren bereits im ersten Teil vorhanden und sie haben immer noch ähnliche Werte und Ziele wie damals. Gerade die Bedeutung und Relevanz des Programms Tron, wird wohl Kinogängern, die nur Tron Legacy gesehen haben, verschlossen bleiben. Ebenso auch die vielen kleinen Anspielungen und Details, die den Unterhaltungswert heben.
Sehr vermisst habe ich auch, dass - anders als im ersten Teil - keine ganze Gesellschaft dargestellt wurde. Am Anfang ist diese zwar klar an das römische Reich angelehnt, driftet dann aber in eine reine Rachegeschichte zwischen zwei Parteien ab. Im ersten Teil war es hingegen ein totalitärer Staat, der das Volk durch Tyrannei im Zaum hielt und jegliche Religion - Programme glauben an ihren Schöpfer, den User - verbot.
Trotz all den Schwächen bezeichne ich Tron Legacy als würdiges Sequel, denn mit viel Respekt gegenüber dem Ursprungsmaterial wurde eine zeitgemäße Fortsetzung kreiert, die zu keinem Zeitpunkt den ersten Teil oder sich selbst lächerlich erscheinen lässt und die spezielle Optik schön an die aktuelle Zeit anpasst. Neben der guten Unterhaltung durch viele schöne Bilder, erleben die Leute auch in diesem Teil wieder ein richtiges Abenteuer, voller toll inszenierter Kämpfe, Wettbewerbe und Verfolgungsjagden.
Wenn man ganz ehrlich ist, so war auch die Handlung im ersten Teil bei weitem nicht das Glanzstück, sondern die innovative Idee eines Lebens im Computer und die Darstellung desselben.
Fazit: Die temporeiche Inszenierung und fantastische Optik machen Tron Legacy, ähnlich dem ersten Film, fast schon zu einem "must-see". Gewisse Schwächen in der Handlung muss man dafür allerdings in Kauf nehmen, aber das Prinzip "Style over Substance" geht voll auf. End of Line.

7.5/10

-> IMDb

Dienstag, 18. Januar 2011

Filmrezension: The Green Hornet

hornetEiner der ältesten Radio- und Fernsehhelden schafft es nun auch noch auf die Leinwand - die grüne Hornisse oder wie der deutsche Kinotitel heißt: The Green Hornet.
Britt Reid ist ein verzogener junger Erwachsener, der erkennt, wachgerüttelt durch den Tod seines Vaters, dass es doch Interessanteres gibt als immer nur saufen. Deswegen geht er mit seinem Kumpel Kato Verbrecher verprügeln. Bald wird der jedoch von denen und der Polizei gejagt und auch zwischen Kato und ihm entstehen Rivalitäten.
Im Bezug auf den Charakter von Green Hornet weicht der Film doch erheblich vom Ursprungsmaterial ab, schafft es allerdings damit einen actiongeladenen Film mit viel Humor zu vermitteln. Besonders Seth Rogen schafft es überzeugend den Möchtegern-Superhelden selbstüberschätzend und unfähig darzustellen. Besonders mit welcher Arroganz er mit anderen Leuten umgeht, erwartet man normalerweise vom Filmbösewicht. Katos Fähigkeiten hingegen sind stark übertrieben, da hätte dem Film ein bisschen mehr "down to earth" gut getan. Gut tut dem Film übrigens Christoph Waltz, der als neurotischer Bösewicht zwar überzeugen und unterhalten kann. So recht bedrohlich kann er allerdings trotzdem nicht wirken. Wer's mag bekommt als Eye-Candy zudem noch Cameron Diaz geliefert.
Fans von guter Handlung werden allerdings von diesem Film sehr enttäuscht sein, denn er bietet lediglich gute Unterhaltung bei hohem Tempo. Besonders profitiert der Film von den witzigen Dialogen und den unbeholfenen versuchen die Bösen aufzuhalten, samt übertrieben schwerem Geschütz. Das Auto der beiden "Helden" ist nämlich mit Maschinengewehren, Flammenwerfer und ähnlichem ausgerüstet und Green Hornet schiesst mit einer Gaspistole durch die Gegend.
Was mich überrascht hat ist, wie selbstverständlich und nicht aufgesetzt sich die Charaktere weiterentwickeln, gerade in Anbetracht der spärlichen Handlung die in erster Linie genutzt wird, um die Humorquote in die Höhe zu treiben.
Trotzdem fehlt dem Film etwas, wahrscheinlich ein wirklich episches Gefühl, denn dass sich der Film nicht selbst so ernst nimmt, degradiert ihn auch zu reinem Popcorn-Kino. Den Partytiger, der mit viel Humor zum Helden mutiert, kennen wir ja bereits von Iron Man, aber der geht eben den Weg des Helden und nimmt die Verantwortung auf sich, ohne auf seinen Humor zu vergessen. Britt Reid und Kato hingegen schiessen einfach alles kurz und klein, teilweise weil es unvermeidbar ist, aber meistens weil es unterhaltsam ist.

Fazit: Green Hornet bewegt sich dank des Humors und der abgedrehten Gadgets doch etwas über Superheldenfilm-Mittelmaß. Teilweise hat man es aber dann doch komödienmäßig übertrieben, wodurch aus den beiden auch keine richtigen Helden werden.

6.5/10

-> IMDb

Dienstag, 16. November 2010

Filmkritik: 22 Bullets

franz. Cover von 22 Bullets Montag kam mal wieder ein richtig guter Film in der Sneak-Preview. Nachdem wir die letzten 2 Wochen mit einem Film-aus-dem-Sarg und einem humoristischen Lesben-Porno-mit-sozialkritischen-Inhalten-und-schwulen-Porno-den-sich-die-Lesben-beim-Sex-anschauen, enttäuscht wurden, konnten wir uns gestern an 22 Bullets erfreuen. Die Geschichte basiert wohl auf einer wahren Geschichte: Ein Pate in Marseille, Charly Matteï, dargestellt von Jean Reno, hört auf, verkauft seine Geschäfte an seinen Freund Tony Zacchia und widmete sich seiner Familie. Das alles erfährt man im Film natürlich erst Stück für Stück. Der Zuschauer springt viel mehr in medias Res ziemlich direkt an die Stelle, an der der Charlie in einem Parkhaus niedergeschossen wird, mit den im Titel erwähnten 22 Schüssen. Wider aller Erwartungen überlebt er den Anschlag, er will sogar nicht einmal Rache. Erst als sein Kumpel Rakim brutal ermordet wird, schreitet er zur Tat. Obwohl er alt und seine rechte Hand nicht zu gebrauchen ist, begibt er sich auf einen blutigen, wenn auch sehr lustig inszenierten Rachefeldzug.

Wer also nichts dagegen hat, auch mal etwas blutigere Filme anzuschauen, und sich dabei zu amüsieren, der sollte 22 Bullets auf jeden Fall eine Chance geben.


→ Direktlink

PS: Warum der Film auf französisch L'Immortel heisst, dafür auf Deutsch aber einen englischen Titel bekommt... Naja, hat sicher politische Gründe (erinnert aber irgendwie an Taken, was ja auch im Deutschen zu 96 Hours.

Freitag, 15. Oktober 2010

Filmrezension: Machete

kills the bad guy

Was als Fake-Trailer begann, mündet nun doch in einem vollwertigen Film.
Der titelgebende Held Machete (Danny Trejo) war Federale in Mexiko, arbeitet allerdings nun als illegaler Tagelöhner in den USA. Das große Geld winkt allerdings schon bald, als ihn jemand anheuert, einen ausländerfeindlichen Senator zu erschießen. Dies stellt sich jedoch als Falle heraus, die Machete nicht überleben sollte. Tatsächlich überlebt er eben doch und geht dann auf Rachefeldzug.
Rodriguez hat bei diesem Film eigentlich doppelte Arbeit geleistet, denn im Prinzip hat er zwei Filme gemacht, die er ineinander verwoben hat. Der eine Film ist ein cooler Actionfilm ohne viel Handlung, der im Wesentlichen alle Szenen des Fake-Trailers beinhaltet und dessen einzig namhafter Schauspieler Danny Trejo ist. Der andere Film ist eine schrullige top-besetzte Politstory, deren oberster Zweck darin besteht, Machete an all die Actionszenen und Orte zu führen, die im Fake-Trailer zu sehen waren.
Wie ein Kollege einst zu mir gesagt hat: „Hauptsache ein starker Anfang und ein guter Schluss.“ Doch während dieser das bezüglich seiner Leistung beim Fußballspiel meinte, scheint das auch die Philosophie von Rodriguez bei Machete zu sein. Toll trashig inszeniert beginnt er, zieht sich in der Mitte doch etwas hin um dann zum Ende nochmals actiontechnisch auf Touren zu kommen.
Man muss allerdings sagen, trotz der bewusst trashigen Inszenierung, merkt man ganz deutlich, dass hier ein Meister seines Fachs am Werk ist. Die Charaktere sind allesamt sehr verschieden und gut ausgearbeitet, inklusive Motiven und Wünschen und werden natürlich auch glaubhaft dargestellt, von einer Riege an bekannten Schauspielern. Dies ist aber genau das Problem von Machete, denn zumindest mir geht es so, dass der Star ganz klar Danny Trejo sein sollte. Wie in Schwarzenegger Filmen auch Schwarzenegger die einzig interessante Figur ist und alle anderen nur dazu da sind um von ihm verprügelt und erschossen zu werden, habe ich mir auch so etwas von Machete erwartet. Stattdessen verliert sich der Film ein wenig in der Fülle an Charakteren. Dies ist zwar nicht uninteressant, aber einfach nicht, was ich erwartet habe und so saß ich dort und wartete nur darauf, bis Machete wieder in Aktion tritt.
Tritt er in Aktion, dann aber ganz ordentlich, ob mit Schusswaffen, Gartengeräten oder diversen chirurgischen Werkzeugen, Machete zeigt sich innovativ im Geschäft des Tötens und produziert dabei viele abgetrennte Körperteile aus denen ordentlich Blut spritzt. Das Tempo des Films ist dabei auch durchgehend konstant, hinzu kommen noch gute Musik, viele hübsche knapp (oder weniger) bekleidete Damen und Danny Trejo, der trotz seines fortgeschrittenen Alters eine sehr gute Figur als Actionheld macht und ohne dessen einmaliges Aussehen, der Film wahrscheinlich viel von seinem Charme verlieren würde. Leider hat die Handlung eben einige weniger sinnfreie Momente, die aber nicht minder unterhaltsam sind, wenn man sich keine 90 Minuten Schnetzelorgie wünscht.

Fazit: Wer gefallen am Fake-Trailer findet, soll sich ruhig das Endprodukt ansehen, es ist stellenweise nicht sonderlich unterhaltsam, dafür übertrifft es in anderen Teilen, was der Trailer schon verspricht. Sozusagen wie ein Knabbergebäck-Mix, man macht die Schachtel auf, obwohl man genau weiß, dass einiges drinnen ist, was einem nicht besonders schmeckt, aber die Verlocken der guten Anteile ist zu groß.

7/10


-> Fake Trailer

-> offizieller Trailer

-> IMDb