Sonntag, 27. Mai 2012

Filmreview: Iron Sky



Dank einem vielversprechenden ersten Trailer, konnte der Film unter anderem wegen der Finanzierung durch Fans tatsächlich gedreht werden. Herausgekommen ist eine vielschichtige Geschichte, die geschickt saudumm und intelligent vereint.
In der nicht allzu fernen Vergangenheit haben die Nazis einen Stützpunkt auf der dunklen Seite des Mondes errichtet (man beachte: der Mond zeigt der Erde immer dieselbe Seite). In der nicht allzu fernen Zukunft möchten jene Nazis der Erde ihre Vorstellungen von Frieden bringen. Kurz bevor sie ihr Vorhaben allerdings starten, werden sie von einem Astronauten dunkler Hautfarbe entdeckt. Dieser wird natürlich sofort gefangen genommen. Hiermit habe ich zwar erst fünf Minuten der Handlung erzählt, doch möchte ich nicht weiter fortfahren sondern lediglich sagen. Die Geschichte spielt sowohl auf dem Mond, als auch auf der Erde und natürlich auch im Weltraum. Für den Zuseher wird somit erfreulich viel Abwechslung an Szenerie geboten, die sich ungezwungen in die Handlung einfügt. Ingesamt hat der Film ohnehin ein sehr gutes Tempo und schaukelt gut die Spannung in Richtung Finale immer weiter auf.
Natürlich lässt sich ein Film über Weltraum-Nazis nicht ernst nehmen und das versucht dieser auch gar nicht; stattdessen ist er voll von überzeichneten Charakteren. Da sind natürlich die fanatischen Nazis, die darauf aus sind alles zu erobern; die amerikanische Präsidentin Palin, der jedes Mittel recht ist, um wieder gewählt zu werden und eine ganze Reihe von Knallköpfen, welche eine der beiden Parteien unterstützen. Die Figuren wirken dabei eher wie Karikaturen und funktionieren auch so.
Quasi als Stimme der Vernunft und ganze Menschen gibt es im Gegensatz dazu den schwarzen James, sowie die Nazi Renate. Er kommt sich vollkommen im falschen Film vor und kann die Welt um sich herum nicht mehr verstehen, als er auf den Mond kommt. Sie hingegen muss bald erkennen, dass so ziemlich alles was ihr eingetrichtert wurde falsch ist. Beispielsweise stellt sie recht schmerzhaft fest, dass das Hakenkreuz doch kein Zeichen der Liebe ist und die Nazis auch nicht der Welt Liebe und Frieden bringen wollen. Zumindest nicht der ganzen Welt.
Lob gebührt hier auch dem Regisseur, dass die Nazis auch wirklich von deutschsprachigen Schauspielern verkörpert werden, die untereinander auch Deutsch sprechen. Speziell wenn man selber der deutschen Sprache mächtig ist, trägt dies sehr zur Atmosphäre bei.
Zwischen all dem kommt auch die Science-Fiction nicht zu kurz. Gerade wie herrlich veraltet die Nazi Technologie ist, wird herrlich auf die Schippe genommen. Daneben wirkt es auch ein wenig als Hommage an alte Science-Fiction Filme; inklusive Raumschiffe in Form der fliegenden Untertassen. Beim Showdown, der als Kampf von Raumschiffen angelegt ist, dürfte dann bei so ziemlich jedem Sci-Fi-Fan das Herz höher schlagen.
Die Struktur des Films lässt sich vielleicht am besten mit einer South Park Episode vergleichen. Oberflächlich wirkt die Handlung vulgär und dumm, kann aber gut unterhalten. Wenn man sich allerdings an die Charaktere gewöhnt hat und auch die vielen Anspielungen begreifen kann, eröffnet sich die ganze Genialität und Liebe zum Detail.

Fazit: Heil, Adler!

8.5/10

-> IMDb

Keine Kommentare: